Die Jungs hinter den Banditen

Während des ersten Aktes gibt es für die «Jungs hinter den Banditen» nichts zu tun, sie können entspannt Pause machen und im Jägerstübli zusammensitzen.

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Während des ersten Aktes gibt es für die «Jungs hinter den Banditen» nichts zu tun, sie können entspannt Pause machen und im Jägerstübli zusammensitzen. Wenn zwischen den Aufführungen unter der Woche keine Veranstaltungen im Tonhallensaal stattfinden, gibt es vor dem ersten Akt nicht mehr viel zu tun. Wenn der Saal aber gebraucht wird, vor allem die Bühne: «Dann muss alles weg».

Dann muss die Fassade des Gasthauses «La Suisse» ebenso verschwinden wie das Holztreppengerüst, müssen die Gebirgselemente ebenso auf die Seitenbühne geschoben werden, wie der Baldachin und die Prospekte mit der Park- und Waldlandschaft hinter einem schwarzen Vorhang verschwinden. «Dann dauert es gut und gerne eine Stunde, bis wir alles wieder aufgebaut haben».

Minutiöse Planung

Sechs Männer sind bei jeder Vorstellung eingeteilt, ein Einsatzplan, auf welchem jeder seine Verfügbarkeit ankreuzen konnte, regelt den Dienst. Aber es gibt auch Bühnenarbeiter, die nahezu jedes Mal da sind, zum Beispiel Karl Broger, der für den Vorhang zuständig ist. Und das ist nicht etwa ein einfacher Job, hier muss minutiös, zentimeterweise alles klappen. Am Ende dieser Kette steht Marco Räss an seinem Lichtpult auf der zweiten Galerie. Bevor Dirigent Kurt Pius Koller den Orchestergraben betritt, gibt er dem Inspizienten Oskar Süess ein Signal, dann läuft die Uhr. Nach der Ouvertüre gibt Süess ein Handzeichen an Broger, der die Vorhangmechanik betätigt, und Marco Räss startet seine Beleuchtung. Diese bedient er nicht etwa manuell, indem er je nach Situation Regler verschiebt oder per Knopfdruck Scheinwerfer ein- oder ausschaltet. Alles ist programmiert und in Presets abgespeichert. Eigentlich ein entspannter Job während einer Aufführung, aber wehe, es passiert etwas Unvorhergesehenes, es gibt eine Verzögerung auf der Bühne oder eben: Wenn der Vorhang zu früh oder zu spät aufgeht: Dann muss Räss blitzschnell in den manuellen Modus umschalten und hoffen, dass er dann noch genug Hände hat.

Keine einzige Panne

Am Ende des ersten Aktes, die Banditen feiern auf der Bühne gerade feuchtfröhlich ihre Erfolge, machen sich die Bühnenarbeiter auf der Seite bereits parat, die Handschuhe sind schon übergezogen. «In der Pause haben wir keinen Stress». In zehn bis fünfzehn Minuten werden die Bergkulissen vom Holzgerüst abgehängt, die einzelnen Gerüstteile in einer neuen Konstellation wieder zusammengeschoben. Dort klettern dann verschiedene Darsteller hinauf, um aus einem der Gasthausfenster hinauszublicken. Die Bühnenkonstruktion von Kristin Osmundsen ist ausgeklügelt und auf die engen Platzverhältnisse an Ort perfekt zugeschnitten.

Bereits werden in der Pause auch schon die Kulissenteile für den dritten Akt in eine Ausgangsposition bereit geschoben, denn nach dem zweiten Akt muss es extrem schnell gehen. «Aber unsere Handgriffe sitzen mittlerweile perfekt, jeder weiss, wo er zugreifen muss». Eine Panne hat es bisher noch nicht gegeben. Ein weiterer Job der Bühnenarbeiter ist die Luftbefeuchtung: Mit einer kleines Pumpe werden Kulissen und Vorhang leicht mit einem Wassernebel bestäubt.

Ist die Vorstellung zu Ende, wird weiter gearbeitet: In den meisten Fällen kann bereits wieder der erste Akt aufgebaut werden: Das Gasthaus wird wieder zusammengeklappt, die Berge an der Treppe eingehängt. (pd)