«Die Jungen kamen gut zurecht»

Heute Abend endet an der Hauptversammlung des EHC Uzwil die Amtszeit von Rolf Gähwiler als Präsident des Vereins. Ein Nachfolger ist gefunden, die Wahl von Jürg Grau dürfte zur Formsache werden.

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Rolf Gähwiler tritt heute Abend als Präsident des EHC Uzwil zurück. (Bild: Berni Hartmann)

Rolf Gähwiler tritt heute Abend als Präsident des EHC Uzwil zurück. (Bild: Berni Hartmann)

Rolf Gähwiler, Sie als einstiger EC-Wil-Präsident und sogar Ehrenpräsident haben sich vor zwei Jahren als Präsident des EHC Uzwil zur Verfügung gestellt. Was waren damals Ihre Gründe zu diesem Engagement beim Lokalrivalen?

Rolf Gähwiler: Der EHC Uzwil befand sich seinerzeit in einer Notlage. Der EHC Uzwil und der EC Wil führten gemeinsam eine Nachwuchsabteilung und damit das Fortbestehen dieser nicht gefährdet war, sagte ich nach Rücksprache mit meinen Wiler Kollegen zu, für ein Jahr das Präsidium unseres Nachbar-Vereins zu übernehmen.

Aus dem einen Jahr wurden zwei. Wieso sagten sie zu einem weiteren Jahr zu?

Gähwiler: Nach einem Jahr stellte es sich heraus, dass die Besetzung des Präsidiums nicht so einfach würde. Ich sagte deswegen nochmals für ein weiteres Jahr zu, vermittelte aber deutlich, dass bis zur nächsten HV jemand aus dem Vereinsgefüge heraus gefunden werden müsse.

Ihr Engagement beim EHC Uzwil stiess keineswegs nur auf Verständnis. Viele fragten sich, für welchen Verein «des Gähwilers» Herz tatsächlich schlage. Wie kamen Sie mit solchen Aussagen zurecht?

Gähwiler: Ich persönlich kam damit wohl besser zurecht als einige andere. Für mich war es jeweils klar, dass wenn ich in Wil war, mein Herz für den EC Wil schlug, und wenn ich in Uzwil weilte, für den EHC Uzwil.

Dass ich von Amtes wegen mehr in Uzwil zu tun hatte, sollte in einem solchen Fall klar sein, zumal es da als Präsident auch galt, die Mitglieder sowie die vereinseigenen Funktionäre zu betreuen und auch die Sponsoren und Gönner.

Sie haben erwähnt, dass Sie den EHC Uzwil zu einem Zeitpunkt übernommen haben, als es diesem nicht so gut ging. Heute ist die Stossrichtung wieder gegeben. Was war denn in diesen zwei Jahren Ihre vordringlichste Aufgabe?

Gähwiler: Der EHC Uzwil hatte, wie viele andere Vereine auch, in erster Linie ein Finanzproblem. Das grösste Problem war, dass niemand so recht wusste, wie sich die Finanzlage tatsächlich präsentierte. Zusammen mit einigen Leuten im Verein und unter Mithilfe eines Treuhand-Büros habe ich mich in den vergangenen zwei Jahren daran gemacht, die Situation zu bereinigen.

Der Verein weiss nun wieder genau, wie er im finanziellen Bereich steht und kann entsprechend wieder funktionieren.

Sie haben sowohl beim EC Wil als auch bei EHC Uzwil in die Vereinsstrukturen hineingesehen. Konnten Sie wesentliche Unterschiede bei diesen beiden Vereinen feststellen?

Gähwiler: In Wil hatten wir immer viele Experten, aber kaum Personen, die bereit waren, mitzuhelfen. In Uzwil ist die Familie ein bisschen grösser und auch deren Begeisterung.

So lassen sich einfacher Leute finden, die sich zu Arbeiten für und um den Verein gewinnen lassen.

Der EHC Uzwil spielt mit seiner ersten Mannschaft in der 1. Liga. Was denken Sie braucht es, um sich in einer solchen Liga zu halten?

Gähwiler: Um die Meisterschaft längerfristig in der 1. Liga zu bestreiten, dafür benötigt ein Verein eine gute Basis im Nachwuchsbereich. Ohne eine solche ist ein Scheitern immer wieder vorprogrammiert. Die Lebensversicherung der ersten Mannschaft des EHC Uzwil sind die Elite-Junioren.

Die jungen Burschen werden in ihrer Kategorie bereits stark gefordert und der Weg zur 1. Liga ist nicht mehr so gross.

Für Sie geht heute Abend eine Zeit beim EHC Uzwil zu Ende, die nebst viel Arbeit wahrscheinlich auch viel Gefreutes mit sich brachte?

Gähwiler: Übernimmt man neu ein Präsidentenamt wie ich das tat, so wartet mindestens zu Beginn tatsächlich viel Arbeit auf einen. Dafür entschädigen aber die vielen schönen Kontakte, die man in einer solchen Amtsphase knüpfen kann.

Ein Wermutstropfen während Ihrer Präsidialzeit dürfte gewesen sein, dass die Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich zwischen dem EC Wil und dem EHC Uzwil gekündigt wurde und beide Vereine wieder ihren eigenen Weg gehen?

Gähwiler: Das ist so, ja. Ich war seinerzeit Mitbegründer der Nachwuchsbewegung «Youngster» und ich betrachtete diese Zusammenarbeit immer wie ein Kind von mir. Ich finde es grundsätzlich schade, dass dieses Gefüge nun gestorben ist.

Ganz schlimm finde ich die ganze Situation deswegen, dass es die «Youngsters» wegen ein paar wenigen erwachsenen Leuten nicht mehr gibt. Die Jugendlichen kamen nämlich mit ihrer eigenen Situation immer gut zurecht.

Interview: Urs Nobel

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