Die Jonschwiler Käfer-Legende

Der Maikäfer war einmal eine grosse Plage in der Schweiz. Die gefrässigen Viecher frassen alles kahl, vernichteten Ernten und mussten mit vereinten Kräften bekämpft werden. Schulklassen rückten am frühen Morgen aus, um die Käfer einzusammeln.

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Der Maikäfer war einmal eine grosse Plage in der Schweiz. Die gefrässigen Viecher frassen alles kahl, vernichteten Ernten und mussten mit vereinten Kräften bekämpft werden. Schulklassen rückten am frühen Morgen aus, um die Käfer einzusammeln.

Den Jonschwilern wird nachgesagt, sie hätten vor langer Zeit bei einer Maikäferplage die Schädlinge eingesammelt und sie dann über den Thurfelsen bei der früheren «Oberen Weberei» geworfen. Die Tiere sollten dadurch in der Thur den Ertrinkungstod finden. Die scheinbar toten Tiere seien jedoch mit den ersten Sonnenstrahlen und den höheren Temperaturen zu neuem Leben erwacht und «von dannen geflogen». Seither seien keine Maikäfer mehr nach Jonschwil gekommen, sagt die Legende.

Seit wann diese Geschichte existiert, kann nicht genau nachgewiesen werden. Eine Befragung der ältesten Jonschwilerin im Jahre 2000 ergab, dass schon 100 Jahre vorher, als sie die Primarschule in Jonschwil besuchte, darüber gesprochen wurde.

Für die Einweihung des neuen Schulhauses vor gut 70 Jahren entstand dann das Jonschwiler «Chäferlied». Heute gehört dieses Lied ins Repertoire der Gesang- wie auch der übrigen Vereine im Dorf. (red.)