Die Jonschwiler Goldjungen

Während der vergangenen Tag massen sich Berufsleute verschiedener Branchen an den Schweizer Meisterschaften. Aus Jonschwil waren zwei junge Herren dabei – und beide erhielten letztlich für ihre Arbeit die Goldmedaille.

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Formenbauer Pascal Sutter an der Arbeit.

Formenbauer Pascal Sutter an der Arbeit.

JONSCHWIL. Die beiden Jonschwiler Pascal Sutter und Prisco Egli haben besondere Tage hinter sich. Prisco Egli hatte sich für die Schreiner-Schweizer-Meisterschaft qualifiziert, in den vergangenen Tagen musste er nun sein Können unter Beweis stellen. Dies gelang ihm, er siegte und wird somit an die Weltmeisterschaft 2013 nach Leipzig fahren. Dasselbe widerfuhr Formenbauer Pascal Sutter, ebenfalls aus Jonschwil. Auch er qualifizierte sich, erarbeitete die Goldmedaille und wird nun in Leipzig dabei sein.

Sieg in beiden Kategorien

An der Schweizer Meisterschaft der Schreiner in Genf hat sich bestätigt, was absehbar war: Prisco Egli ist der beste Schreiner der Schweiz. Der 20-Jährige kam gar in beiden Kategorien – Möbelschreiner und Massivholzschreiner – auf den ersten Platz. Das hat es an der Berufsmeisterschaft der Schreiner noch nie gegeben: ein Jungschreiner holt sich in beiden Kategorien den ersten Platz. Da er an der Weltmeisterschaft aber nur in einer Kategorie teilnehmen kann, rutscht der Zweitplazierte Bruno Zindel aus Grabs nach. Er wird in Leipzig für die Möbelschreiner antreten, während Egli bei den Massivholzschreinern teilnimmt.

Schreinern auf höchstem Niveau

Daniel Borner, Direktor des Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM), blickt zufrieden zurück auf die Schreiner-Meisterschaft. «In den vergangenen zehn Monaten habt ihr viel gegeben und viel erreicht. Ihr dürft stolz auf euch sein», so sein Schlusswort.

Erfahrenster Formenbauer

Die Formenbauer hatten ihre Schweizer Meisterschaft im zürcherischen Opfikon. Mit dem 21jährigen Pascal Sutter, der bei der Firma Benninger Guss AG in Uzwil tätig ist, gewann der erfahrenste Teilnehmer diese Endausscheidung. In einer Vorselektion mit acht Formenbauern mussten sich die drei Finalisten für den Final qualifizieren. Dabei wurde bewusst die Aufgabenstellung komplexer gestaltet und die zur Verfügung stehende Arbeitszeit verkürzt. Schliesslich sollte zweifelsfrei selektioniert werden, wer den Berufsstand im kommenden Jahr in Leipzig vertreten soll.

Handwerkliches Können gefragt

«In unserem Beruf zählt nach wir vor das handwerkliche Können», erklärt Rainer Honegger, verantwortlich für die Schweizer Meisterschaften und gleichzeitig Chefexperte bei den Formenbauern an den Berufs-Weltmeisterschaften. Denn obwohl in der Praxis natürlich zunehmend mit computersgesteuerten Fräsmaschinen gearbeitet werde, sei die Ausbildung nach wie vor schwergewichtig auf die Fähigkeit ausgerichtet, ein auf den Zehntelsmillimeter genaues Modell komplett von Hand zu fertigen. So mussten die drei Finalisten in elf Stunden ein Modell eines Handscanners erstellen, samt dreifarbiger Lackierung und Teilen, die in Acrylglas ausgeführt sein mussten.

Diesmal reichte es zum Sieg

«Wer es hier in den Final geschafft hat und diese Aufgabe bewältigen kann, gehört schon zur Weltklasse», beurteilt Rainer Honegger die Leistungen der jungen Formenbauer und sagt weiter, nach der Arbeitsweise zu urteilen, schienen ihm die diesjährigen Finalisten schon erfahrenere Berufsleute zu sein als frühere Jahrgänge. Diese Einschätzung zeigte sich letztlich auch im Endresultat, denn der erfahrenste der drei Finalisten machte das Rennen. Der Sieger Pascal Sutter nämlich war bereits zum zweiten Mal an einer Schweizer Meisterschaft mit dabei. Vor zwei Jahren unterlag er nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen nur knapp. (pd/zi.)

Schreiner Prisco Egli bei der Siegerehrung. (Bilder: zVg)

Schreiner Prisco Egli bei der Siegerehrung. (Bilder: zVg)

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