Die Hofnarren sind los: Bald beginnt die Wiler Fastnacht

Die fünfte Jahreszeit steht bevor. Die Fastnachtgesellschaft Wil ist bereit dafür. Grösstenteils setzt sie auf Bewährtes, erhofft sich für die Zukunft aber wieder eine grössere Beteiligung der Schulen.

Gianni Amstutz
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Die Wiler Fastnacht wird traditionell durch den Auszug der Tüüfel aus dem Hof offiziell eröffnet. (Bild: Gianni Amstutz)

Die Wiler Fastnacht wird traditionell durch den Auszug der Tüüfel aus dem Hof offiziell eröffnet. (Bild: Gianni Amstutz)

Bald heisst es wieder: Huh ä Lotsch! Ein Ausdruck, der nur an der Wiler Fastnacht zu hören ist. Während Lotsch für Larve steht, ist der Rest ein Ausdruck der freudigen Überraschung. Solche sowie stadteigene Traditionen erwarten die Besucher auch heuer an der Fastnacht. Zu dieser gehören auch der Gümpelimittwoch, das Monsterkonzert und nicht zuletzt der Hofnarrenball, «einer der letzten gesellschaftlichen Bälle», wie Oliver Baumgartner, Präsident der Fastnachtsgesellschaft Wil (FGW), sagt. Die Fastnacht steht dieses Jahr ganz im Zeichen des Hofnarren. Nach dem letztjährigen Motto «20 Jahre Fanfaren» wird mit «30 Jahren Hofnarrenball» das nächste Jubiläum zelebriert.

Keine kleinen Umzüge mehr

Der Umzug vom Sonntag, 3. März, setzt den Schlusspunkt hinter die offizielle Wiler Fastnacht. «Wie immer in den vergangenen Jahren, wird es sich dabei um einen grossen Umzug handeln», sagt Baumgartner. Gemeint ist damit, dass der Grossteil der Umzugsteilnehmer die Route auf Wagen bestreiten wird. Dieser Umstand hat einen einfachen Grund: Bei kleinen Umzügen, die früher alle zwei Jahre stattgefunden hätten, seien viele Schulklassen mitgelaufen. Diese blieben dem Umzug aber irgendwann je länger je mehr fern.

So entschied sich die FGW gezwungenermassen, nur noch grosse Umzüge ohne Beteiligung von Schulkindern durchzuführen. Ein Schritt, den die FGW mit grossem Bedauern gemacht habe, sagt der Präsident. Sollte das Interesse seitens der Schulen wieder aufkommen, sei die FGW jederzeit bereit, den Lehrkräften unterstützend unter die Arme zu greifen. Sei dies bei der Organisation oder der Findung eines geeigneten Mottos. «Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn bald wieder mehr Kinder am Umzug teilnehmen würden», sagt Oliver Baumgartner. Für die Kinder seien es Erinnerungen, die sie ein Leben lang begleiteten.

Was sich trotz Verzicht auf kleine Umzüge nicht geändert hat, ist der Wechsel zwischen Nörgeli und Märchenfigur, die am Ende des Umzuges verbrannt werden. Diesmal wird es Letztere sein. Welche, darüber bewahren die Veranstalter Stillschweigen. Bekannt ist einzig, dass die Figur sechs Meter hoch, sieben Meter lang und acht Tonnen schwer sein wird. Der Präsident betont, dass die Wiler Fastnacht weit mehr sei als die FGW und die von ihr organisierten Veranstaltungen. «Wir sind mehr eine Schnittstelle zwischen Fastnächtler und den Behörden.»

Aber erst durch das Engagement der Wiler Tüüfel, der rund 50 Gruppen am Umzug, der stillen Schaffer im Hintergrund und nicht zuletzt der Beizen, die auch in diesem Jahr keinen Aufwand gescheut hätten, um ihre Interieurs fantasievoll zu dekorieren, werde die Wiler Fastnacht zu dem, was sie ist, sagt Oliver Baumgartner.