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Wiler Lehrerinnen helfen Flüchtlingen auf Lesbos: «Die Hölle» ist überfüllt

Vor einem Jahr leisteten zwei Wiler Lehrerinnen Flüchtlingshilfe auf Lesbos. Seitdem hat sich die Lage zugespitzt.
Gianni Amstutz

Als Barbara Aulopi und Alexsandra Hitz im Frühling 2018 von ihrem freiwilligen Einsatz für das Schweizer Hilfswerk One Happy Family auf der griechischen Insel Lesbos heimkehrten, hatte sich ihre Sicht auf die Flüchtlingskrise verändert. Die beiden Lehrerinnen der Wiler Oberstufe Sonnenhof sahen in ihrem zweiwöchigen Engagement die direkten Auswirkungen politischer Entscheide auf die Menschen an Ort.

Auch im Flüchtlingslager Moria waren die beiden Lehrerinnen. Von den Flüchtlingen werde dieses schlicht «Die Hölle» genannt. Die Zustände im Lager bezeichneten die Lehrerinnen nach ihrer Rückkehr als desaströs. Schon damals sagten sie: «Um nachhaltig etwas zu verändern, braucht es eine politische Lösung.» Eine Lösung, die weiter auf sich warten lässt. Obwohl hierzulande die Flüchtlingskrise in weite Ferne gerückt ist, harrt das Problem weiter einer Lösung. Die Lage hat sich wieder zugespitzt.

Lager Moria überfüllt mit 10000 Menschen

Aus der Türkei kommen wieder täglich Boote mit Flüchtlingen auf der Insel an. Das Lager Moria quillt mit fast 10000 Menschen förmlich über. Bereits im Frühling 2018, als die Wiler Lehrerinnen auf Lesbos waren, war das Lager mit 6700 Flüchtlingen – ausgelegt ist es für 1800 Personen – masslos überfüllt. Die griechische Regierung sah sich nun zum Handeln gezwungen und hat begonnen, Flüchtlinge von der Insel aufs Festland zu überführen. Das Problem lässt sich damit jedoch kaum bewältigen. Denn täglich kommen Hunderte neue Flüchtlinge auf der Insel an. Die Zahlen erreichen Höchststände, wie sie letztmals 2015 registriert wurden. Die medizinische Versorgung der Menschen droht zusammenzubrechen.

Und die Lage könnte in den nächsten Wochen gar noch dramatischer werden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht der Europäischen Union, die Grenzen zu öffnen, sollten nicht zusätzliche Unterstützungsgelder an die Türkei fliessen. Das könnte dazu führen, dass noch mehr Flüchtlinge nach Lesbos fliehen und sich die Situation der Menschen an Ort weiter verschlechtern würde.

«Ein solches Lager sollte es gar nicht geben müssen»

Das Schweizer Hilfswerk One Happy Family verfolgt das Ziel, Menschen auf Lesbos ein Stück Würde und Selbstbestimmung zurückzugeben. Julia Bürge, Sprecherin des Vereins, gibt Auskunft über die Lage auf Lesbos und die Herausforderungen, welche die steigenden Flüchtlingszahlen mit sich bringen.

Zurzeit kommen wieder mehr Flüchtlinge auf Lesbos an. Was bedeutet das für die Menschen in den Lagern?

Julia Bürge: Die Lager, besonders Moria, sind masslos überfüllt. Das Camp würde als kurzfristige Lösung Platz für 2500 Menschen bieten. Aktuell sind es aber über 10000. Viele von ihnen schlafen ausserhalb des Lagers am Boden, die hygienischen Zustände sind katastrophal, und die Menschen haben Schwierigkeiten, an für sie nötige Medizin zu kommen. Gewaltausbrüche sind aufgrund der angespannten Lage praktisch an der Tagesordnung.

Die griechische Regierung hat begonnen, Menschen aus den Lagern aufs Festland zu bringen. Kann das die Situation entspannen?

Nein, die 1500 Flüchtlinge, die aufs Festland verlegt wurden, ist ein Tropfen auf dem heissen Stein. Den Menschen, die verlegt wurden, ist damit nicht geholfen. Sie kommen von einem schlechten Lager ins nächste. Ebenso wenig kann das die Lage auf Lesbos entspannen. Die Plätze der Weggebrachten werden schnell wieder gefüllt. Alleine in der vergangenen Woche sind rund 1000 Menschen auf Lesbos angekommen.

Wie sähe denn eine nachhaltige Lösung aus?

Da ist die Politik gefordert. Die Staaten Europas müssen das Problem gemeinsam lösen. Wird Griechenland in dieser Situation alleine gelassen, wird das Land es nicht mehr schaffen, die Krise zu bewältigen. (gia)

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