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Die Herausforderungen auf dem Weg zur Lehrstelle

Sprache, Umgangsformen, kulturelle Unterschiede: Für Menschen mit Asylhintergrund ist es nicht immer einfach, in der Schweizer Arbeitswelt anzukommen.
Tobias Söldi

Bei der Integration von Flüchtlingen in der Schweiz spielt die Arbeit eine wichtige Rolle. «Wer in den ersten drei bis vier Jahren nach Ankunft keine Ausbildung beginnen kann, für den wird es schwierig», sagt Patrik Müller, Präsident des Fachverbands der St.Galler Gemeinden im Bereich der Integration von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen (TISG).

«Das Risiko, dass jemand längerfristig von der Sozialhilfe abhängig wird, steigt.»

Das ist einer der Gründe, weshalb sich die Migros Ostschweiz für junge Menschen mit Asylhintergrund engagiert. «Aktuell sind es fünf Personen mit Asylhintergrund, die im Detailhandel und in der Logistik bei Migros Ostschweiz in einer Ausbildung stehen», schreibt Mediensprecher Andreas Bühler auf Anfrage. «Seit dem Sommer werden zudem Jugendliche in die Integrationsvorlehre aufgenommen mit dem Ziel, anschliessend eine Lehre absolvieren zu können.» Es sollen noch mehr werden: Die Migros Ostschweiz will die Anzahl Lernende mit Asylhintergrund in den kommenden Jahren steigern.

Beim Einstieg in die Berufswelt haben junge Menschen mit Asylhintergrund zahlreiche Hürden zu nehmen. Patrik Müller von der TISG erwähnt allem voran die deutsche Sprache. Aber auch «Softskills» wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und die hiesigen Umgangsformen könnten zur Herausforderung werden. «Gewisse Dinge funktionieren in der Schweiz halt ganz anders als in ihrer Heimat», sagt Müller.

Deutsch als Grundstein für die Integration

Auch bei der Migros Ostschweiz werden bei den Flüchtlingen, die ein Praktikum oder eine Lehre beginnen, Deutschkenntnisse vorausgesetzt. Trotzdem: Die Verständigung fällt nicht immer leicht, besonders zu Beginn. «Dann müssen wir oft etwas mehr Zeit investieren, um die Sprachbarrieren zu überwinden», sagt Mediensprecher Andreas Bühler. «Je länger jemand in der Ausbildung ist, desto kleiner werden die Sprachbarrieren.» Insgesamt habe man aber sehr gute Erfahrungen gemacht. «Die Jugendlichen sind dankbar und sehr motiviert.»

Diesen Eindruck bestätigt Patrik Müller, zumindest teilweise. «Es gibt hoch motivierte Leute, die in die Berufswelt einsteigen und sich eine Perspektive schaffen wollen.» Doch nicht allen geht es so. Manche hätten angesichts traumatischer Erlebnisse oder des elternlosen Daseins mehr Mühe.

«Eine Lehre komplett zu absolvieren, ist immer noch für viele eine Herausforderung.»

Auch bei der Gemeinde Oberuzwil, wo zurzeit 38 Asylsuchende leben, betont man die Wichtigkeit der Sprache und der Teilnahme am öffentlichen Leben für eine erfolgreiche Integration. «Dieses Jahr konnte eine Vielzahl der Flüchtlinge in Oberuzwil mit einer Lehre oder einem Praktikum beginnen, was äusserst erfreulich ist», schreibt Denise Wirz von den Sozialen Diensten. Sie ist überzeugt:

«Die Sprache ist ein wichtiger Grundstein für die Integration.»

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