Die halbe Nacht durchgestrickt

An jedem letzten Mittwoch im Monat findet in Degersheim ein Strickcafé statt. Diese Woche ging die 16. Auflage für einmal in die Verlängerung: Die mit dem Strickvirus infizierten Degersheimer Frauen feierten eine «Stricknacht».

Christine Gregorin
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Neben dem Kerngeschäft rundeten legere Gespräche, ein mediterranes Buffet sowie gehaltvolle Getränke den gelungenen Abend ab. (Bilder: cg)

Neben dem Kerngeschäft rundeten legere Gespräche, ein mediterranes Buffet sowie gehaltvolle Getränke den gelungenen Abend ab. (Bilder: cg)

DEGERSHEIM. Das dezente Geklapper der Strick- sowie Häkelnadeln und etlicher Nadelspiele geht im auf hohem Niveau permanent an- und abschwellenden Geräuschpegel der angeregten Gespräche nahezu unter. Bestens gelaunt stimmen sich die 33 Frauen im Alter zwischen geschätzten Anfang dreissig und Ende siebzig auf die Stricknacht ein. Wobei diese nicht über die Geisterstunde hinaus geplant ist, schliesslich müssen sämtliche Anwesenden am folgenden Tag arbeiten – auswärts oder zu Hause.

Im ansonsten lediglich morgens geöffneten «Da Borando» sind Sitzplätze kurz nach 19 Uhr Mangelware. Einmal mehr lässt die Gastgeberfamilie nicht nur kulinarisch keine Wünsche offen: Ein mediterranes Buffet, Risotto und eine luftig-leichte Pavlova werden aufgetischt. Ergänzt durch den charmant agierenden Cameriere Antonio, ist für ein stimmiges Ambiente gesorgt, das durch die nostalgisch und urgemütlich daherkommende Interieurgestaltung noch verstärkt wird.

Gelungene Premiere

«Die Idee zu unserer Stricknacht kam anlässlich der April-Veranstaltung aus den Reihen der Teilnehmerinnen», erklärt Bettina Weishaupt gegenüber der Wiler Zeitung. Sie zeigt sich sichtlich erfreut über den grossen Zulauf. Überhaupt zieht die Initiantin des Strickcafés nach fast eineinhalb Jahren eine positive Bilanz: Das monatliche Treffen habe innerhalb des Dorfes eine veritable Eigendynamik entwickelt. Das Stricken habe als verbindendes Element Frauen zusammengebracht, die sonst nie den Kontakt untereinander gesucht hätten. Ob als Kreativbörse oder unterstützend wirkende Selbsthilfegruppe: der Austausch auf freundschaftlich-kollegialer Basis bereichere auf mehreren Ebenen.

49 650 Minuten gestrickt

«Während der bisherigen Zusammenkünfte haben wir alles in allem 49 650 Minuten mit Stricken verbracht», gibt die Organisatorin am späteren Abend die Lösung zu der von ihr gestellten Wettbewerbsfrage preis. Die im Lokal vorherrschende aufgeräumte Stimmung und das an den Tag gelegte Sitzleder lassen letztlich erahnen, dass auf diese Premiere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl eine Fortsetzung folgen wird.