Die grüne Wiese ist nicht mehr

Die Sirnacher Armaturenfirma Hawle AG baut für 30 Millionen Franken ein neues Firmengebäude in Gloten. Beim Bodenplattenfest am Donnerstagabend lobten alle Beteiligten die rekordverdächtig schnelle Realisierung des Projekts.

Mario Testa
Merken
Drucken
Teilen

GLOTEN. «Innert nur eineinhalb Jahren ist aus einem Acker in der Landwirtschaftszone der Bauplatz für eines der grössten Gebäude in der Gemeinde entstanden», schwärmte Sirnachs Gemeindeammann Kurt Baumann beim Bodenplattenfest der Firma Hawle. «Ich glaube, das ist ein absoluter Rekord. In einem Buch über regionale Wirtschaftsförderung müsste diese Geschichte als leuchtendes Beispiel für die Bestandespflege von KMU in einer Gemeinde aufgeführt werden.»

Die Ausmasse des neuen Firmenhauptsitzes der Hawle AG sind beeindruckend. 88 mal 97 Meter gross wird das Gebäude und laut Architekt Daniel Krüsi auf mehreren Etagen 13 000 Quadratmeter Nutzfläche an der Wilerstrasse in Gloten bieten. Wobei die Anschrift der Firma künftig deutlich eleganter daherkommt.

Eine eigene Strasse

Im Rahmen der Festivitäten am Donnerstagabend enthüllte Gemeindeammann Kurt Baumann die Tafel der neuen Zufahrtsstrasse, welche im Zuge des Baus erstellt wurde und künftig auch weitere Gewerbebauten im Gebiet erschliessen soll. «In der Baukommission wurden mehrere Namen diskutiert. Röhrliweg, Schieberstrasse oder auch Armaturenweg wurden mit Bezug auf die Produkte der Hawle eingebracht. Schliesslich hat sich die Kommission aber für den Namen Hawlestrasse entschieden», schilderte Baumann die Namensfindung für die neue Strasse.

Platz für 30 neue Arbeitsplätze

Die Reaktion von Hawle-Geschäftsführer Christian Hofer auf die Bekanntgabe der künftigen Firmenadresse «Hawlestrasse 1» kam schnell und von Herzen: «Das finde ich eine gute Sache», sagte er und bedankte sich bei der Kommission für das gelungene Geschenk. Die Firma Hawle beschäftigt am jetzigen Standort in Sirnach knapp 90 Mitarbeiter, im Neubau werden, ein guter Geschäftsgang vorausgesetzt, bis zu 120 Leute arbeiten können.

Erwartungsvoll zeigten sich am Bodenplattenfest auch die eingeladenen Mitarbeiter der Hawle. «Ich freue mich sehr auf den Neubau. Da haben wir dann endlich mehr Platz und optimale Abläufe», sagt der junge Logistiker Dominic Meile. «Einzig, dass wir während des Umzugs nächstes Jahr auch gleichzeitig die Produktion und Auslieferung bewerkstelligen sollen, wird wohl etwas knifflig werden.»

Die gelben Schieber sind schuld

Den Ausschlag für den Neubau gab ein strategischer Entscheid der Hawle. «Bis jetzt wurden unsere gelben Gasschieber in einem Provisorium von nur einem auf einem Meter beschichtet. Das war auf Dauer keine Lösung. Zudem ist die Firma auch sonst stark gewachsen; anfangs waren wir nur sieben Mitarbeiter», erklärte Christian Hofer. «Wir merkten schnell, dass die nötigen Ausbauten am jetzigen Standort kaum machbar gewesen wären, und träumten von einem Neubau auf der grünen Wiese.» Diese hat er in der Zwischenzeit unter Beihilfe der Behörden und der Sirnacher Stimmbevölkerung gefunden. Grün ist sie indes nicht mehr. Bereits sind die meisten Betonierarbeiten abgeschlossen. Bis Ende 2013 sollen der gesamte Bau und der Umzug bewerkstelligt sein.