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Die Gründe, warum Lastwagen oft im Schneechaos stecken bleiben

Sie sorgen für Ärger und Stau in und um Wil: Immer wieder bleiben Lastwagen bei plötzlichen Wintereinbrüchen stecken. Worin liegen die Ursachen? Und: Sind mehr ausländische Transportfirmen betroffen?
David Grob
Mit Schneeketten kein Problem: Lastwagen bei starkem Schneefall. (Symbolbild: Nana da Carmo)

Mit Schneeketten kein Problem: Lastwagen bei starkem Schneefall. (Symbolbild: Nana da Carmo)

Der plötzliche Wintereinbruch ist Fluch und Segen zugleich. Erfreuen sich Kinder und Wintersportler der weissen Pracht, so ärgern sich Autofahrer über den vielen Schnee, der für Zwischenfälle im Berufsverkehr sorgt. Insbesondere Lastwagen bleiben immer wieder in Steigungen stehen, kommen nur mehr schwer vom Fleck und sorgen für Rückstau, Verspätungen und verärgerte Autofahrer. Was sind die Gründe für die zuverlässig mit jedem grösseren Schneefall wiederkehrenden Probleme?

«Betroffen sind vor allem Sattelschlepper», sagt Martin Bühler, Leiter Transport der Wiler Firma Camion Transport. Lastzüge, also Lastwagen mit Anhänger, seien hingegen weniger betroffen. Peter Bosshard, Leiter der Aus- und Weiterbildung der Holenstein AG Transporte, nennt weitere Faktoren, die dazu führen können, dass ein Sattelschlepper, Fachbegriff Sattelmotorfahrzeug, nicht mehr vom Fleck kommt: «Probleme treten vor allem dann auf, wenn der Frachtraum zu wenig oder falsch geladen ist und zu wenig Gewicht auf die Achse und Räder drückt.» Fehlende Schneeketten, ein schlechtes Reifenprofil begünstigen ein Steckenbleiben zusätzlich. Bosshard präzisiert:

«Es sind oft ausländische Transportunternehmen, welche die Zwischenfälle verursachen.»

Auch Bühler teilt Bosshards Einschätzung. Franz Fritschi von der Larag, die mit ihren Spezialfahrzeugen immer wieder Lastwagen zur Weiterfahrt verhilft, pflichtet seinen Berufskollegen bei:

«Es sind oft Lastwagen von Transportfirmen aus dem ehemaligen Ostblock, denen wir helfen müssen.»

Fritschi nennt auch gleich einen Erklärungsansatz: Oft seien solche Fahrer längere Zeit unterwegs. «So kann es vorkommen, dass die Chauffeure dann von der örtlichen Wettersituation überrascht werden und schlecht vorbereitet sind.»

Sind vor allem ausländische Fahrer für die Zwischenfälle verantwortlich? Dieser Behauptung widerspricht Hanspeter Krüsi. Der Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen sagt:

«Es bleiben auch viele Schweizer Chauffeure im Schnee stecken.»

Komplett gegen die These der beiden Transportunternehmer Bosshard und Fritschi richten, möchte sich Krüsi aber doch nicht. Er räumt ein: «Da viel mehr Schweizer Lastwagen unterwegs sind, kann der Anteil an ausländischen Fahrern an den winterlichen Zwischenfällen durchaus prozentual höher sein.»

Krüsi stellt dem Berufsverkehr aber insgesamt ein sehr gutes Zeugnis aus. Es komme nur zu wenigen Problemen. «Der Berufsverkehr ist grundsätzlich sehr professionell», sagt er.

Der Bürerstich sorgt immer wieder für Probleme

Neuralgische Stellen, an denen Lastwagen besonders oft im Schnee stecken bleiben, kann die Kantonspolizei statistisch nicht erfassen. «Dafür treten massive Schneefälle wie diejenige vom Mittwoch zu selten auf», sagt der Mediensprecher. Sicher sei aber der Bürerstich eine Steigung, die immer wieder für Probleme sorge. «Auch aufsteigende Autobahnausfahrten sind gemäss Krüsi bei starkem Schneefall kritische Stellen.

Für die Larag verschafft ein plötzlicher Wintereinbruch wie am vergangenen Mittwoch jedenfalls zusätzliche Aufträge. «Wir mussten sicher zehn Mal ausrücken und Lastwagen zur Weiterfahrt verhelfen», sagt Fritschi. Oft sei es die Polizei, welche die Fahrzeuge der Larag zur Hilfe beizieht. Gegen Entgelt befreit die Larag die Chauffeure aus ihrer misslichen Lage. «Ein Tag wie der Mittwoch gut fürs Geschäft», sagt Fritschi.

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