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Die Glatt ist sauberer,
die Chlorid-Belastung aber bleibt

Die Glatt ist weiterhin stark mit Chlorid belastet. Die biologische Wasserqualität allerdings ist neu gesetzeskonform.
Andrea Häusler und Karin Erni
Die Glatt weist hier bei ihrer Einmündung in die Thur beim Thurhof in Oberbüren rund 45 mg Chlorid je Liter auf. In unbelasteten Gewässern sind es 2–4 mg/l. (Bild: Andrea Häusler)

Die Glatt weist hier bei ihrer Einmündung in die Thur beim Thurhof in Oberbüren rund 45 mg Chlorid je Liter auf. In unbelasteten Gewässern sind es 2–4 mg/l. (Bild: Andrea Häusler)

Mit beinahe 50 Prozent gereinigtem Abwasser bei Niedrigwasser nach der Abwasserreinigungsanlage Oberglatt ist die Glatt einer der am stärksten mit Abwasser belasteten Flüsse im Kanton St.Gallen. Dennoch: Wer der Glatt entlang geht, stellt fest, dass – im Vergleich zu früher – auf der Wasseroberfläche kaum mehr Schaum auszumachen ist.

Der ökologische Zustand der Glatt ist insgesamt tatsächlich besser geworden. Dies zeigen die Ergebnisse, welche das kantonale Amt für Umwelt und Energie für die Jahre 2014 bis 2017 publiziert hat. Die Daten basieren auf Erhebungen der Kantone Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen, welche den chemisch-physikalischen sowie den biologischen Zustand der Glatt untersuchen und die Qualität des Badewassers überwachen. Hierfür stehen zwischen Herisau und Oberbüren sieben Messstellen zur Verfügung. Mindestens einmal monatlich werden Proben genommen.

Fischbestand hat sich erholt

Das Erfreuliche: Erstmals seit Beginn der Messungen im Jahr 1986 erfüllte 2017 die biologische Wasserqualität die gesetzlichen Anforderungen. Dies zeigt sich laut Bericht auch im Fischbestand. «Verschiedene Fischarten pflanzen sich im oberen Abschnitt der st.-gallischen Glatt wieder erfolgreich fort.» Der Wermutstropfen: Die Belastung der Glatt mit organischen Stoffen sowie die Salzkonzentrationen sind aufgrund des hohen Anteils an gereinigtem Abwasser nach wie vor zu hoch.

Ausbau der ARA in Herisau zeigt Wirkung

Grund für die Erholung von Gewässer und Fischbestand ist in erster Linie der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage Bachwis in Herisau mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe mit Pulveraktivkohle (PAK). Diese wurde 2015 als erste dieser Art in Betrieb genommen. Das 5-Millionen-Projekt habe sehr schnell positive Ergebnisse geliefert, heisst es im Bericht. So lag die Belastung durch insgesamt 30 Arzneimittelwirkstoffe bei der ARA Bachwis mindestens fünfmal tiefer als bei den übrigen Kläranlagen. Auch die Belastung mit Phosphor konnte deutlich verringert werden. Allerdings werden diese Erfolge durch die ARA Oberglatt in Flawil wieder zunichte gemacht. Denn eine PAK-Stufe gibt es hier nicht. Noch nicht, denn im Frühjahr ist der Spatenstich zum Ausbau der Anlage der Gemeinden Gossau, Flawil und Degersheim erfolgt. Das Projekt soll bis zum Herbst 2021 abgeschlossen sein.

Um die stoffliche Belastung und den Erfolg der getroffenen Massnahmen möglichst gut abzubilden, werden an der Glatt in Oberbüren mittels einer automatisch arbeitenden Messstation in regelmässigen Abständen Wasserproben entnommen und im Labor auf organische Spurenstoffe untersucht.

Chlorid bleibt eine Herausforderung

Problematisch sind weiterhin die Grenzwerte für gelösten organischen Kohlenstoff, die sowohl im gereinigten Abwasser der beiden ARA als auch in der Glatt selbst überschritten werden.

So werden in unbelasteten Fliessgewässern Chloridkonzentrationen von 2 – 4 mg/L gemessen. Die Glatt weist bei ihrer Mündung in die Thur rund 45 mg/L auf. Das Chlorid stammt einerseits aus den ARA, aus winterlichen Strassensalzung und aus Direkteinleitungen von Wasserenthärtungsanlagen in Industriebetrieben. Das gereinigte Abwasser aus den beiden ARA trägt dazu jährlich rund 1000 Tonnen Chlorid bei. Dies ist laut dem Bericht des Amts für Umwelt und Energie insofern problematisch, als dass die unten liegende Thur in genutztes Grundwasser infiltriert. Für dieses gilt ein Anforderungswert von 40 mg/L.

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