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Die Fussgänger haben Vortritt

Bei der Einmündung der Lerchenfeldstrasse in die St. Peterstrasse in Wil kommt es oft zu gefährlichen Situationen. Ursache ist meist die unterschiedliche Interpretation des Strassenraums: Handelt es sich um ein Trottoir oder um ein Strassenstück? Und wer hat somit Vortritt?
Hans Suter
Einmündung von der Lerchenfeld- in die St. Peterstrasse in Wil: Die Randsteine markieren das Trottoir und zeigen damit deutlich an, dass die Fussgänger Vortritt haben. (Bild: Hans Suter)

Einmündung von der Lerchenfeld- in die St. Peterstrasse in Wil: Die Randsteine markieren das Trottoir und zeigen damit deutlich an, dass die Fussgänger Vortritt haben. (Bild: Hans Suter)

WIL. Mittags, kurz nach zwölf. Ein junger Mann schreitet schnellen Schrittes auf dem südlichen Trottoir der viel befahrenen Lerchenfeldstrasse in Wil in Richtung Schwanenkreisel. Beim Einlenker in die St. Peterstrasse schreckt er zurück – ein Auto schneidet ihm den Weg ab. Der Lenker biegt in sportlichem Tempo von der Lerchenfeld- in die St. Peterstrasse ab und braust in der Einbahnstrasse davon. Wenige Minuten später wiederholt sich die Situation in ähnlicher Weise mit anderen Beteiligten. In beiden Fällen passiert nichts. Ausser, dass die Fussgänger verärgert sind und die Autolenker deren Unmut nicht verstehen. Zurück bleibt die Frage: Was läuft hier falsch?

Trottoir statt Fussgängerstreifen

Die als Kantonsstrasse klassifizierte Lerchenfeldstrasse wurde vergangenes Jahr saniert. Und damit auch deren Einmündung in die St. Peterstrasse – eine kommunale Einbahnstrasse. Dabei wurde der um mehrere Meter zurückgesetzte Fussgängerstreifen auf der St.Peterstrasse aufgehoben. Stattdessen wurde mit Randsteinen eine Fortsetzung des zuvor unterbrochenen Trottoirs entlang der Lerchenfeldstrasse markiert (siehe Bild). Die beiden Fahrbahnen liegen nahezu auf dem gleichen Niveau, es gibt keine spürbare Schwelle.

Gefährliche Unachtsamkeit

Trotz angewandter Regelbauweise führt die veränderte Verkehrssituation häufig zu Missverständnissen. Während sich Fussgänger im Mündungsbereich der zwei Strassen auf dem Trottoir wähnen, betrachten viele Autolenker die gleiche Stelle offensichtlich als Fahrbahn. Das führt für alle Beteiligten zu unangenehmen und zuweilen gefährlichen Situationen. Die Unachtsamkeit eines einzigen Verkehrsteilnehmers genügt und es kommt zum Zusammenstoss. Doch wer hat Vortritt? Handelt es sich um ein Stück Strasse oder Trottoir? Für Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei St. Gallen, ist die Sache klar: «Der Fussgänger hat Vortritt. Dies wird mit der Abgrenzung durch die Randsteine klar angezeigt.» Die Randsteine markieren also das Trottoir.

Im Zweifel langsam

Dass es in solchen Situationen bislang nicht zu einer Häufung an Unfällen gekommen ist, hat seinen Grund: «Wenn die Situation nicht ganz klar scheint, fahren die meisten Autolenker vorsichtig», sagt Hanspeter Krüsi.

Gestaltung wirkt

Bei Sanierungen von Strassen wird stark auf Sicherheitsaspekte geachtet. Speziell bei Einmündungen in Quartierstrassen wird heute durch bauliche und visuelle Massnahmen wie Rampen, Verengungen und andere Farbgebung signalisiert, dass Vorsicht geboten ist. Aus der verkehrspsychologischen Praxis ist bekannt, dass viele Fahrzeuglenker stärker auf bauliche Massnahmen reagieren als auf blosse Tempobeschränkungen.

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