Die «Fusionitis» geht weiter

An der überparteilichen Vorgemeinde von Oberuzwil war unter anderem der Zusammenschluss der Wasserkorporationen von Bichwil, Riggenschwil und Oberuzwil ein Thema. Die katholischen Kirchgemeinden von Bichwil und Oberuzwil haben bereits fusioniert.

Philipp Stutz
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Gemeindepräsident Cornel Egger (links) in angeregtem Gespräch mit Beat Kägi, Präsident des Dorfverwaltungsrates Bichwil. (Bild: stu.)

Gemeindepräsident Cornel Egger (links) in angeregtem Gespräch mit Beat Kägi, Präsident des Dorfverwaltungsrates Bichwil. (Bild: stu.)

OBERUZWIL. Es waren Behördenvertreter, die einander informierten. Stimmberechtigte ohne ein öffentliches Mandat bildeten die Ausnahme. Geschäfte von Gemeinde, Schule, Korporationen und Kirchgemeinden wurden beleuchtet, und Besucher erhielten eine Fülle an Informationen.

Versorgungssicherheit erhöhen

«Die Fusionitis geht weiter», sagte Armin Bachofner, Präsident der Wasserkorporation Oberuzwil. Und meinte damit selbstverständlich nicht den Zusammenschluss der Politischen Gemeinden Uzwil und Oberuzwil, der an diesem Abend nicht angesprochen wurde, sondern die Inkorporation der Dorfkorporation Bichwil und der Wasserkorporation Riggenschwil und Umgebung in die Wasserkorporation Oberuzwil. «Der Prozess ist aufgegleist», sagte Bachofner. Und die Inkorporation soll durch Genehmigung der revidierten Gemeindeordnung (Korporationsordnung) an der diesjährigen Bürgerversammlung «abgesegnet» werden. «Durch die Fusion wird die Versorgungssicherheit erhöht und die Organisation vereinfacht», betonte Bachofner. Es handle sich um eine sinnvolle Lösung, der die Wasserkorporation Riggenschwil und Umgebung laut deren Präsident Markus Schneider bereits zugestimmt hat. Die Umsetzung der Inkorporation soll Anfang 2013 erfolgen. Auch Beat Kägi, Präsident des Dorfverwaltungsrates Bichwil, befürwortete das Zusammengehen.

Pfarrer gesucht

Auch bei den Kirchen sind Zusammenschlüsse ein Thema. So haben die Katholischen Kirchgemeinden Bichwil und Oberuzwil fusioniert. «Dazu war ein längerer Prozess notwendig», sagte Andreas Kilchör, Präsident des Kirchenverwaltungsrates Bichwil-Oberuzwil. An Investitionen stehen eine Elektroinstallation in Bichwil und die Trockenlegung des Bodens in der Oberuzwiler Unterkirche bevor. Seitens der Katholischen Administration sei ein Entschuldungsbeitrag von 350 000 Franken zu erwarten. Die Kirchgemeinde gehört zur Seelsorgeeinheit Uzwil. Dort ist ein Pfarrer für alle Pfarreien zuständig. Sorgen bereitet die Nachfolgeregelung des in den Ruhestand tretenden Seelsorgers Georg Schmucki. Wegen der bevorstehenden Schulschliessung müsse der Religionsunterricht neu organisiert werden, sagte Marcel Baechler, Präsident des katholischen Kirchenverwaltungsrates Niederglatt.

Laut Lisa Alder, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Oberuzwil-Jonschwil, steht die Liegenschaft an der Schützengartenstrasse 7 zum Verkauf. Mit dem Erlös soll die Kirche saniert werden. Nach dem Wegzug von Pfarrer Alfred Enz muss sich auch die evangelische Kirchgemeinde nach einem neuen Pfarrer umsehen.

Vermögen statt Schulden

Gemeindepräsident Cornel Egger konnte mit erfreulichen Zahlen zum Rechnungsabschluss 2011 aufwarten (die Wiler Zeitung hat ausführlich darüber berichtet). So weist Oberuzwil keine Schulden, sondern ein Nettovermögen von 4,5 Millionen Franken auf. Der Steuerfuss wird bei 135 Prozentpunkten belassen. «Der Finanzplan zeigt auf, dass es keinen Sinn macht, jetzt die Steuern um wenige Prozentpunkte zu senken», sagte Egger. Das hätte nämlich zur Folge, dass die Steuern im nächsten Jahr bereits wieder erhöht werden müssten.

Der Finanzplan zeige weiter auf, dass man sich in bescheidenem Rahmen leicht verschulden werde. Die prognostizierten Verluste könnten mit Hilfe des Eigenkapitals aufgefangen werden. Vorausgesetzt, es würden nicht zusätzliche Konsumausgaben beschlossen. Im Bereich Verkehr sei zu hoffen, dass der geplante Geh- und Radweg hinaus zum «Schützenhaus» vom Kanton endlich vorangetrieben werde, sagte der Gemeindepräsident. Das Projekt befindet sich im kantonalen Staatsstrassenbauprogramm.

Regenrückhaltebecken

An der Bürgerversammlung vom 27. März haben die Stimmberechtigten über einen Kredit von 2,2 Millionen Franken für ein Regenrückhaltebecken zu entscheiden. Eine Realisation desselben im Heer-Areal wäre laut Egger finanziell zu aufwendig gewesen. Deshalb wird das Vorhaben nun beim Kindergarten Wiesentalstrasse auf Uzwiler Gemeindegebiet ausgeführt, wofür Baurechtszins berappt werden muss.

Auch eine Änderung der Gemeindeordnung steht zur Debatte. So sollen Schulräte nicht mehr an der Urne gewählt und deren Mitglieder von sechs auf vier verkleinert werden (ohne Schulratspräsident).

«Wir haben ein bewegtes Jahr hinter und vor uns», sagte Schulratspräsidentin Silvia Mahrle. So wird eine neue Führungsstruktur geschaffen und ein Leiter Volksschule eingesetzt. Die Schulratspräsidentin erwähnte auch die Wichtigkeit der Elternmitwirkung.