Erich Baumann abgewählt: Die FDP Wil-Untertoggenburg verliert einen Sitz

Der vierte Sitz, den die FDP vor vier Jahren dank eines Restmandats hatte gewinnen können, ist weg.

Andrea Häusler
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Gute Miene zum bösen Spiel: der abgewählte FDP-Kantonsrat, Erich Baumann, Flawil.

Gute Miene zum bösen Spiel: der abgewählte FDP-Kantonsrat, Erich Baumann, Flawil.

«Es ist bitter», bringt es der Wahlkampfleiter der FDP-Regionalpartei, Claudio Altwegg, auf den Punkt. Daran ändern auch nicht die guten Resultate, welche die bestätigten Mandatsträger Jigme Shitsetsang, Caroline Bartholet und Andreas Widmer erzielt hatten. Oder die Achtungserfolge der Jungen FDP auf der B-Liste der Partei.

Die Abwahl von Erich Baumann nach nur einer Legislatur dämpft die Stimmung im Hotel Uzwil. Selbst Jigme Shitsetsangs Freude über das eigene Wahlergebnis ist getrübt. Er habe die Zusammenarbeit mit Baumann geschätzt, bedauert er, und attestiert seinem bisherigen Ratskollegen «gute Arbeit». Nur werde das Engagement im Kantonsrat von aussen kaum oder nur punktuell wahrgenommen. Und bei den Wahlen zählte dann letztlich der persönliche Bekanntheitsgrad in einem möglichst grossen Umfeld.

Erich Baumann

Erich Baumann

Nach vorn blicken

Erich Baumann trägt seine Niederlage mit Fassung. «Natürlich ist es hart und klar hätte ich gern weitergemacht», sagt er, ergänzt dann aber:

«Ich werde auch so weitermachen – anderswo mit etwas anderem.»

Nach vorn blicken will auch die FDP, den Verlust von Wähleranteilen, den verlorenen Sitz im Wahlkreis Wil und die drei weiteren in Rorschach, Rapperswil und St.Gallen abhaken. Allerdings nicht ohne eine Analyse des Ergebnisses 2020, wie Claudio Altwegg sagt. «In vier Jahren wollen wir wieder gewinnen», betont er und fügt an: «Dies ist kein Wunsch, sondern eine Kampfansage.» Dass eine höhere Wahlbeteiligung der FDP eher zupasskommt, hat die Erfahrung gelehrt. Und das nötige Glück ist nun zumindest messbar: Mit den Glücksmetern aus dem Hause Kägi, die den Gewinnern und Verlierer überreicht wurden.