«Die Fasnacht ist urkatholisch»

In der Christkönigskirche fand ein Fasnachtsgottesdienst statt. Die Guggenmusik Uzepatscher wirkte mit, und «Pink Panther», der die Kirche entdeckte und das Evangelium.

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NIEDERUZWIL. «Die Fasnacht ist urkatholisch», das hatte Kari Bürgler, der für den Fasnachtsgottesdienst verantwortlich war, bereits vorgängig im Pfarreiforum geschrieben. Die Nacht, beziehungsweise die Tage und Nächte vor der 40tägigen Fastenzeit, zählen zur Fasnacht. «Die lange Vorbereitungszeit auf das Auferstehungsfest Ostern wurde in früheren Zeiten streng und mit vielen Enthaltungen gelebt», also sei es nachvollziehbar gewesen, dass die Menschen nochmals so richtig auf die Pauke hauen wollten, bevor das grosse Fasten und Entsagen begann.

Paulchen entdeckt

In der Kirche hauten vor allem die Uzepatscher auf die Pauke. «Weil die Kirche ein Ort ist, wo das Leben gefeiert wird – mit allen Facetten», wie Kari Bürgler sagte. Und weil die Gugger in Pink gekleidet sind, hatte Pink Panther als Paulchen eine führende Rolle. Also, eigentlich waren es zwei Paulchen, die sich in die Kirche verirrt hatten, die Gottesdienstbesucher entdeckten, die alle den Blick nach vorne gerichtet hatten und die Menschen um sich herum kaum wahrnahmen.

«Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele», las Hanna Seiler aus der Apostelgeschichte. «Wir gehören alle zusammen», war das Fazit von Kari Bürgler, und er lud ein, die Nachbarn anzuschauen. Und dann entdeckte Paulchen den Altar und suchte das Essen, das es da angeblich geben soll, und auch Gott sollte er hier begegnen. Das Bibelzitat aus Matthäus kam modern daher. Jesus feiert statt beim Zöllner mit Sündern, mit Verlierern zusammen eine Party. «Am Altar haben alle Platz, nicht nur Freunde und Gleichgesinnte, sondern auch jene, mit denen man eigentlich nicht so gerne zusammen ist. Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken», war die Erkenntnis dazu. Barmherzigkeit will Jesus, nicht Opfer. Und schliesslich entdeckte Paulchen das Evangelium, und es kam ins Grübeln. Was sollte es mit schlechten Gedanken machen? Hinhören und staunen, lautete das Rezept, damit das Evangelium die Türen zu den Mitmenschen öffnen kann. Doch: «Hört das Wort nicht nur, sondern handelt danach.» Eine tägliche Herausforderung.

Bitten für Fasnächtler

Die Uzepatscher handelten jedenfalls. Sie spielten in gewohnter Manier mit Pauken und Trompeten und einigen Instrumenten mehr. Sie verströmten Fröhlichkeit, Freude und steckten damit die Besucher an. Sie liessen sich sogar einspannen, die Fürbitten zu lesen. Fasnächtliche Fürbitten: «Wir beten für alle Fasnächtler, welche es verstehen, wirklich Freude und gute Stimmung in die Dörfer und Städte zu bringen.» Und das Gebet nach dem Friedensgruss ging in die gleiche Richtung: «Danke für die Freude, die Musik, das Zusammensein.» Nach diesen Gedanken überraschten die Gugger. Sie nahmen alle eine pinkfarbene Plastikflöte hervor und spielten leise Töne. (ibe.)