Die Fasnacht ist ruhiger und professioneller geworden

REGION. Die Fasnacht oder Fastnacht (siehe Box) lebt. Aber sie hat sich im Lauf der Jahre sichtbar verändert. Das stellt man auch bei der Polizei fest. Und zwar positiv.

Hans Suter
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REGION. Die Fasnacht oder Fastnacht (siehe Box) lebt. Aber sie hat sich im Lauf der Jahre sichtbar verändert. Das stellt man auch bei der Polizei fest. Und zwar positiv.

Kaum Probleme

«In den vergangenen Jahren hat uns die Fasnacht kaum Probleme bereitet», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Auch im Zusammenhang mit den dekorierten Beizen käme es nicht oft zu Problemen. «Früher waren viele Leute unterwegs, die ausgiebig gefeiert haben, wenn wieder Fasnacht war. Heute findet jedes Wochenende eine Party statt», nennt er als einen der Gründe. Zudem sei vieles professioneller geworden: das Bewilligungswesen, die feuersicheren Dekorationen, die Fasnachtsumzüge. Auch was Alkohol am Steuer anbelange, gebe es weniger Probleme. «Die Fasnächtler sind meist gut organisiert. Entweder nehmen sie ein Taxi, organisieren einen Chauffeur oder einer trinkt nicht», sagt Krüsi.

Sichtbare Präsenz

Bei der Kantonspolizei Thurgau sieht man das ähnlich. Ein Blick in den Hinterthurgau zeigt, dass es auch hier deutlich weniger dekorierte Lokale gibt als früher. In den Lokalen hingegen gibt es weniger Probleme als noch vor Jahren. «Wir markieren dennoch eine erhöhte sichtbare Polizeipräsenz», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau.

Alte Garde ist nicht mehr

Die Wiler «Schiff»-Wirtin Carmen Oberkofler ist eine begeisterte Fastnächtlerin und dekoriert ihr Restaurant seit 28 Jahren mit grossem Aufwand. Sie hat es zu einem der bekanntesten Fastnachtslokale der Region gebracht. Doch auch sie spürt die Veränderungen. «Viele der damaligen Gäste, die von Haus zu Haus zogen, sind verstorben», bedauert sie. Doch es nützt nichts, der alten Garde nachzutrauern. «Wir müssen mit der Zeit gehen», sagt die Wirtin.

Weniger Maskierte

«Die Leute wollen Fastnacht», stellt sie Jahr für Jahr fest. Auch die junge Generation besuche gerne dekorierte Lokale. «Seit es aber immer weniger dekorierte Lokale gibt, kann man nicht mehr wie früher von Haus zu Haus ziehen», sagt sie. Zudem stellt sie fest, dass es viel weniger Maskierte an der Fastnacht hat als früher. «Das hat natürlich auch mit der Durchmischung der Gesellschaft zu tun. Nicht alle haben den gleichen Bezug zur Fastnacht, feiern aber gerne eine Party.»

Hohe Kosten

Zu schaffen machen der Gastronomie die Kosten für behördliche Auflagen, Dekoration, Sicherheits- und Servicepersonal. «Aber es ist immer noch lohnenswert und bereitet viel Freude», sagt Carmen Oberkofler.