Die ewige Suche nach Liebe

Zierlich und liebenswürdig die Person, schwarz und sarkastisch ihr Humor: Auf Einladung der Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil erzählte und sang die deutsche Kabarettistin Sarah Hakenberg über tragisch-komische Beziehungen.

Kathrin Meier-Gross
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Kabarettistin Sarah Hakenberg übersetzt einen der «geistreichen» Texte von Lady Gaga. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Kabarettistin Sarah Hakenberg übersetzt einen der «geistreichen» Texte von Lady Gaga. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

OBERUZWIL. «Ich sag's vehement, heitere Scherze halt ich für dekadent», sang die 36 Lenze junge Dame, nachdem sie dem Publikum mit Anagrammen erste Lacher entlockt hatte. Sie wissen nicht was Anagramme sind? Darunter versteht man Wörter oder Wendungen, deren Buchstaben umgestellt wurden. Beispielsweise Heidi Klum – Kuh im Leid. «Fleischhauerball» ist das zweite Soloprogramm der in Bayern aufgewachsenen Kabarettistin Sarah Hakenberg. Der Name lässt nur einen Schluss zu: es geht um die Liebe.

Spiegel des Lebens

Das Treiben am «Fleischhauerball» ist ein Spiegel des Lebens. Oder die ewige Suche nach Liebe, wie es die Kabarettistin in makaber-poetischen Reimen ausdrückte. Die Liebe aber ist ein breites Feld. Da gibt es die Heimatliebe, die sich je nach Dialekt oder Sprache anders anhört. Hakenberg, die Theaterwissenschaft, Philosophie und neue deutsche Literatur studierte, hat aus Erziehungsratgebern aus dem 19. Jahrhundert Geschichten in die heutige Zeit transferiert. Der Suppenkaspar aus dem Struwelpeter ist nun der dralle Kalle – weil McDonald's ja keine Suppen anbietet. «Hans guck in die Luft» ist in «Mandy guckt auf's Handy» umgewandelt worden. Makaber hört sich die für das Tier tragisch endende Geschichte von Rolf und seinem Hamster an. Georg Kreisler hätte seine wahre Freude daran gehabt.

Sarah Hakenberg, die während des Programms den Dialog mit dem Publikum pflegte und auf dem Piano spielte, filetierte witzig und gnadenlos Texte und Bewegungen von deutschen Showgrössen und Lady Gaga.

Romantisch destruktiv

«Ladislaus» oder «morgen klau ich mir ein Baby» lautete der unkonventionelle Beitrag zum Thema Mutterliebe. Persönliche Liebesbeziehungen – «davon kann ich ein Lied singen», meinte Hakenberg. Begleitet von der entsprechenden Mimik, liess sie die Zuhörer teilhaben an der digitalen Konversation mit ihrem Freund, dem Informatiker.

Überhaupt haben romantische Liebeslieder aus dem Munde der deutschen Kabarettistin eher destruktiven Charakter, was beim Publikum in Oberuzwil am Donnerstagabend allerdings gut ankam.

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