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Wiler Fachstelle für Kinderförderung: Die ersten Schritte sind gemacht

Vor einem Jahr wurde die Fachstelle für Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ins Leben gerufen, um Kinder im Vorkindergartenalter zu unterstützen. Eine erste Bilanz zeigt: Das neue Konzept erreicht die Eltern.
Nicola Ryser
Damit der Nachwuchs den Weg in die Spielgruppe findet : Durch die Fachstelle FBBE der Stadt Wil sollen immer mehr Familien über das Angebot informiert werden. (Bild: PD)

Damit der Nachwuchs den Weg in die Spielgruppe findet : Durch die Fachstelle FBBE der Stadt Wil sollen immer mehr Familien über das Angebot informiert werden. (Bild: PD)

Nur drei von fünf Kindern, welche sich im entsprechenden Alter befinden, besuchen in Wil die Spielgruppe, so die Quote aus den letzten Jahren. Es ist einer der Gründe, weshalb die Stadt am 1. Mai 2018 die Fachstelle für die Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) eingeführt hat. Das dazugehörige Konzept «Frühe Förderung der Stadt Wil» sieht unter anderem vor, finanzschwache und isolierte Familien zu unterstützen, um deren Kindern den Besuch einer Spielgruppe zu ermöglichen und sie auf den Kindergarten vorzubereiten. Das Ziel: 80 Prozent der Kinder im Vorkindergartenalter sollen zweimal wöchentlich die Spielgruppe besuchen, sprich 20 Prozentpunkte mehr als bisher.

Nun, ein Jahr nach der Lancierung, befinde man sich mittendrin im Projekt, wie die FBBE-Leiterin Franziska Kaiser sagt. Die ersten, wichtigen Schritte wurden bereits gemacht:

«Wir haben Flyer verteilt, Kontakte mit Fachpersonen geknüpft, Eltern angesprochen und angeschrieben und auch schon Rückmeldungen erhalten. Wir sind zwar nicht stadtbekannt, aber eine gewisse Vernetzung ist schon entstanden.»

60 Prozent haben Anspruch auf Vollfinanzierung

Wertvoll sei unter anderem der Elterntreff im Quartiertreff im Lindenhof, wo die Eltern sich austauschen und Fragen stellen können, beispielsweise punkto Spielgruppenfinanzierung. «Mit der Fachstelle haben wir ja eine beratende Instanz geschaffen, um Familien zu erreichen, die sonst kaum an die Angebote kommen oder diese nicht kennen. Darunter sind auch fremdsprachige Familien», erklärt Kaiser.

Franziska Kaiser Leiterin Fachstelle FBBE

Franziska Kaiser
Leiterin Fachstelle FBBE

Im Januar wurde zudem allen Eltern, deren Kind in eineinhalb Jahren in den Kindergarten eintritt, ein Informationsbrief mit einem Fragebogen zu den Deutschkenntnissen des Kindes zugesandt. Fast die Hälfte hat auf das Schreiben reagiert. «Es gab einige Verständnisfragen zu den Spielgruppen und zur Finanzierung», sagt Kaiser. Auch wurden die Fragebögen von den Eltern ausgefüllt und zurückgeschickt. Erreicht ein Kind bei den Deutschkenntnissen nicht die vorgegebene Punktzahl, hat es Anspruch auf eine Vollfinanzierung der Stadt für den Spielgruppenbesuch, sofern es zweimal wöchentlich in die Spielgruppe geht. «Unter allen Rückmeldungen haben 79 Familien Anspruch auf eine Vollfinanzierung.» Die Eltern müssen ihr Kind je- doch selbst für die Spielgruppe anmelden.

Auch gebe es Eltern, die Subventionen beantragten, fügt Kaiser an. Hierbei handelt es sich um Kinder, die zwar gut Deutsch sprechen, bei welchem jedoch das steuerbare Jahreseinkommen der Familie unter 80000 Franken liegt.

«Von den Anträgen erhielten 15 Familien einen positiven Bescheid.»

Kosten noch nicht definierbar

Wie viel Kosten das System für die Stadt generiert, sei noch nicht klar, da in den fünf Partnerspielgruppen unterschiedliche Tarife gelten. Der maximale Stundensatz liege bei 10 Franken, sagt Kaiser. Auch sei noch unsicher, wie viele Eltern ihr Kind tatsächlich für die Spielgruppe anmelden. Bereits in diesem Sommer sollen die ersten Kinder vom neuen Finanzierungsmodell profitieren.

Bedeutet das nun, dass das gesetzte Ziel, 80 Prozent aller Kinder im Vorkindergartenalter in Wil in einer Spielgruppe unterzubringen, bald erreicht wird? Kaiser relativiert: «Wir werden die aktuelle Zahl erhöhen können, aber die 80 Prozent noch nicht erreichen. Das sind nun mal langsame Prozesse.» Zudem hänge die Zahl ab vom Spielgruppenangebot in den verschiedenen Quartieren und davon, wie viele Kinder eine Kita besuchen. «

Wir werden die Anzahl der Spielgruppenpartner sicher noch ausbauen, aber wann wir die 80 Prozent erreichen, wissen wir selbst noch nicht.»

Derweil laufen erste Arbeiten zum nächsten Projekt der FBBE-Fachstelle. Diesmal geht es um die Früherkennung: «Wir wollen Risiken bei Kindern, die deren Entwicklung gefährden könnte – beispielsweise grosse Belastungen in der Familie –, frühzeitig identifizieren, um so Folgeschwierigkeiten zu mindern und die Kosten für spätere Massnahmen zu senken. Hierbei arbeiten wir eng mit Fachpersonen zusammen, um die Risikofaktoren zu definieren.»

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