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«Die Entscheidung ist schwer gefallen»

Das Möbel- und Einrichtungshaus Finnshop konzentriert sich in Zukunft auf die Standorte Wil und Frauenfeld. Die Niederlassung in St. Gallen wird im Herbst aufgegeben. Ursache ist die mangelnde Rendite im Zeitalter von Onlineshopping und «Geiz ist geil».
Hans Suter
«In Wil werden wir als Familienunternehmen wahrgenommen.» Im Bild der Stammsitz von Finnshop in Wil. (Bild: Hans Suter)

«In Wil werden wir als Familienunternehmen wahrgenommen.» Im Bild der Stammsitz von Finnshop in Wil. (Bild: Hans Suter)

«Das ist eine schlechte Nachricht und wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht», sagt Finnshop-Geschäftsleiter und -Inhaber Andreas Breitenmoser. «Doch leider ist die lebendige Altstadt mit vielen Passanten auch in St. Gallen Geschichte.» Die Ursache sieht er im veränderten Konsumentenverhalten durch Online-Shopping, Einkäufe im grenznahen Ausland und Grossverteilern im Grünen. Die Konsequenz für Finnshop: «Wir schrieben vergangenes Jahr ein Defizit. Das zwingt uns, zu reagieren.» Mit einem Seufzen doppelt Breitenmoser nach: «Die Entscheidung ist uns schwer gefallen.»

«Wir stellen vermehrt fest: Der Rabatt ist wichtiger als der Preis.»

Drei Mitarbeiterinnen erhalten die Kündigung

Besonders tragisch ist die Schliessung nach 34 Jahren für die langjährigen Mitarbeiterinnen. «Wir mussten drei Kündigungen aussprechen», bedauert Breitenmoser. «Zum Teil kenne ich diese Mitarbeiterinnen seit meiner Kindheit. Das sind auch Freundschaften.» Mit der Schliessung des Finnshop an der Neugasse geht der Stadt und Region St. Gallen zudem ein weiterer Ausbildungsbetrieb für Detailhandelsfachleute verloren. «Das ist besonders bitter, wenn man bedenkt, dass der Finnshop Anfang Jahr als bester Ausbildungsbetrieb der Schweiz in der Branche Haushalt ausgezeichnet worden ist.»
Die Mitarbeiterinnen hätten die schlechte Nachricht sehr gefasst aufgenommen. «Sie haben selber realisiert, wie der Umsatz mehr und mehr zurückgegangen ist.» Diese Entwicklung habe schon vor dem Frankenschock eingesetzt. Da die Liegenschaft an der Neugasse einer Familienfirma gehöre, habe man stetig den Mietzins gesenkt, um Kosten zu sparen. «Wir bezahlen längst keine Marktmiete mehr. Und nicht einmal das reicht», sagt Breitenmoser.

Zuversichtlich für Wil und Frauenfeld

Für die Standorte in Wil und Frauenfeld ist er dennoch zuversichtlich. «Hier werden wir noch als Familienunternehmen wahrgenommen», sagt der 43-Jährige Unternehmer. Er setzt auf einen guten Sortimentsmix, Qualität und europäische Herkunft. Einfacher werde es aber nicht. Die «Geiz ist geil»-Mentalität greife immer mehr um sich. «Wir stellen vermehrt fest, dass der Rabatt wichtiger ist als der Preis, auch wenn er höher ausfällt.» Preise höher anzusetzen, um Rabatte zu gewähren, kommt für Breitenmoser aber nicht in Frage. «Wir hintergehen unsere Kunden nicht.»

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