Die Eisheiligen waren diesmal pünktlich, doch sie brachten keinen Frost

Auch der Mai ist in diesem Jahr wärmer ausgefallen als üblich. Die zweite Monatshälfte war sehr trocken. Das ist das Fazit aus den Messdaten der Wetterstation in Niederuzwil.

Christoph Frauenfelder
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Im Hinterthurgau führte die Trockenheit bereits zu ersten Notabfischung in diesem Jahr. Im Bild die Murg bei Sirnach.

Im Hinterthurgau führte die Trockenheit bereits zu ersten Notabfischung in diesem Jahr. Im Bild die Murg bei Sirnach.

Hans Suter

Der diesjährige Mai ist um rund ein Grad wärmer als üblich ausgefallen (Vergleichsperiode 1981 bis 2010). Seit einem Jahr liegen die Monatstemperaturmittel über dem Durchschnitt. Der letztjährige Mai fiel sehr kalt aus. Der Temperaturumfang bewegte sich dieses Mal an der Wetterstation in Niederuzwil zwischen 2 und 28 Grad.

Erneut defizitäre Regenmenge

Frost wurde keiner mehr gemessen. Die Eisheiligen um Mitte Mai kamen zwar ausnahmsweise pünktlich, doch sie brachten keinen Frost mehr. Dafür wurden bereits fünf Sommertage mit Temperaturen von über 25 Grad gemessen. Das sind deutlich mehr als im Durchschnitt. Die Heizgradziffer ergab 99 Grad.

Die zweite Maihälfte war fast ausnahmslos trocken. So fehlten Ende des Monats rund ein Drittel des erwarteten Regens. Die aufdringliche Bise trocknete die Böden konsequent aus. Die Kulturen mussten oft bewässert werden.

Sehr warmer, sonniger und trockener Frühling

Letztmals wurde im Dezember 2019 eine defizitäre Sonnenscheindauer verzeichnet. Seither brachte jeder Monat überdurchschnittlich viel Sonne. Der Januar wies fast die doppelte Anzahl an Stunden auf. Auch die Maisonne 2020 leistete Überstunden. Der Überschuss liegt bei 25 Prozent.

Der meteorologische Frühling umfasst die Monate März, April und Mai. Diese Zeit zeigte sich in diesem Jahr massiv zu warm. Der Überschuss macht zwei Grad aus. In der 155-jährigen Messreihe war nur noch der Frühling 2007 wärmer. Der Frühling brachte nur die halbe Niederschlagsmenge der Norm (Vergleichsperiode 1981–2010). Dafür leistete die Sonne 40 Prozent Überzeit.

Der Autor ist Inhaber der Meteotop-Wetterstation Fürstenland in Niederuzwil.