Die Crux mit dem Fairplay

Seit dieser Saison entscheidet auch in der 2. Liga interregional bei Punktgleichheit die Anzahl Strafpunkte, nicht mehr die Tordifferenz.

Remo Zollinger
Merken
Drucken
Teilen

FUSSBALL. Was für die regionalen Spielklassen (ab 2. Liga) schon länger gilt, gilt nun auch für die Amateurliga: Bei Punktgleichheit entscheidet die geringere Anzahl Strafpunkte darüber, wer in der Tabelle vorne steht. Weisen zwei Mannschaften sportlich gleich viele Punkte auf, liegt die fairere Mannschaft vorn – egal, wie das bisherige Entscheidungskriterium Tordifferenz ausfällt.

Druck der Regionalverbände

Heinz Rähmi, Präsident der Wettspielkommission der Amateurliga, betont, dass sich die Änderung auf Anraten der Regionalverbände ergeben habe: «Neun von zwölf Regionen spielen mit diesem System, weshalb sie ersuchten, dieses auch in der Interregio einzuführen.» Weitere Begründungen, etwa disziplinarische Entgleisungen, gebe es nicht, oder sie hätten bei der Entscheidungsfindung keine Rolle gespielt. Rähmi streicht heraus, dass die Gruppe 6, in der die Ostschweizer Teams spielen, eine «Traumgruppe» sei, «ein Paradebeispiel von Zusammenarbeit und Fairness».

Rähmi selbst bezeichnet sich als «nicht den grössten Fan» der neuen Regulierung. Er will aber dennoch nicht von Bestrafung sprechen; spricht lieber über die Belohnung des gelebten Fairplay-Gedankens in Form weniger Karten.

Veränderungen in der Rangliste

Als Rätsel entpuppt sich die letzte Runde, in der die Schlussrangliste ermittelt wird. Zwar ist der Verband bemüht, die Anzahl Strafpunkte über das neue Clubcorner-System so schnell wie möglich zu ermitteln, Grenzfälle wie Platzverweise mit langer Sperre und darauf folgendem, womöglich gutgeheissenem Rekurs können aber nicht ausgeschlossen werden. Damit ist es theoretisch möglich, dass die Rangliste Wochen nach Saisonende nochmals eine Veränderung erfährt.

Trainer sind nicht nur glücklich

Die Trainer zeigen ob der Regelung nicht nur Freude: «Hin und wieder ist ein taktisches Foul nötig, und dieses wird mit Gelb bedacht.» Zwar werden die bisherigen Schiedsrichterleistungen sowie der Wille des Verbandes anerkannt, das Fairplay belohnen zu wollen, «aber sportliche Aspekte wie ein starker Sturm sind wichtiger. Fairness kann man auch anders fördern.»

In einem Punkt sind sich Verband und Trainer einig: Jetzt schaut noch niemand auf die Fairplay-Wertung. Diese wird erst gegen Ende, wenn die Entscheidungen fallen, zum Thema.