«Die Coronazeit ist für Demenzkranke ungleich schwieriger»: Rossrütener Vereine spenden für Café Trotz-Dem

Die IG Rossrüti und der Verein Rossrüti Aktiv unterstützen das Café Trotz-Dem mit 1200 Franken.

Gianni Amstutz
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Von links: Andrea Breu, Rossrüti Aktiv, und Lukas Sterren, IG Rossrüti, überreichen den Check über 1200 Franken an Sandra Müggler, Café TrotzDem, und Regula Kündig, Alzheimer St. Gallen-Appenzell.

Von links: Andrea Breu, Rossrüti Aktiv, und Lukas Sterren, IG Rossrüti, überreichen den Check über 1200 Franken an Sandra Müggler, Café TrotzDem, und Regula Kündig, Alzheimer St. Gallen-Appenzell.

Bild: Gianni Amstutz

Seit bald drei Jahren gibt es in Wil das Café Trotz-Dem. Es bietet Betroffenen und Angehörigen eine Möglichkeit, ihre Sorgen für ein paar Stunden zu vergessen oder sich fachlichen Rat zu holen.

Die Treffen, welche immer am ersten Freitag im Monat im Kafi Peter stattfinden, sind so aufgebaut, dass es jeweils einen fachlichen Input zum Thema Demenz gibt. Dies als niederschwelliges Angebot für die Angehörigen, die sich dann bei Fachstellen weiter informieren können.

Die Krankheit soll aber nicht im Zentrum stehen. Vielmehr geht es darum, sozialen Austausch unter den Angehörigen wie auch den Betroffenen zu ermöglichen. Denn soziale Isolation ist bei Demenz ein grosses Problem.

Unterstützung aus Rossrüti

Die IG Rossrüti und Rossrüti Aktiv unterstützen den Wiler Treffpunkt nun mit einer Spende von 1200 Franken. Die IG Rossrüti setze alle zwei Jahre ihren Erlös aus der Organisation des Rossrütener Weihnachtsmarkts für ein gemeinnütziges Projekt ein, wie Präsident Lukas Sterren erklärte. In diesem Jahr hat sich der Verein Rossrüti Aktiv, der ebenfalls an der Durchführung des Weihnachtsmarkts mitgewirkt hat, dazu entschlossen, seinen Erlös ebenfalls beizusteuern.

Regula Kündig, Geschäftsführerin von Alzheimer St.Gallen-Appenzell, und Sandra Müggler, Mitglied des Leitungsteams des Café Trotz-Dem nahmen die Spende erfreut entgegen. Denn dem Thema Demenz haftet noch immer ein gewisses Tabu an.

Angebote wie das Café Trotz-Dem können dabei helfen, dieses abzubauen und vor allem Betroffenen und Angehörigen dabei helfen, sich weiter als Teil der Gesellschaft zu fühlen.

Gerade die aktuelle Zeit ist für Demenzerkrankte und ihre Partnerinnen und Partner schwer. «Die Situation ist für uns alle nicht leicht, aber für Menschen mit Demenz ist die Herausforderung ungleich grösser», sagte Regula Kündig.

Besonders im März und April seien wegen des Lockdowns fast alle Unterstützungsangebote weggebrochen. Das sei für die Angehörigen eine grosse Belastung gewesen. Sie waren plötzlich mit ihren Problemen alleine.

Auch das Café Trotz-Dem konnte zwischen April und Juni keine Anlässe durchführen. Aufgrund der aktuellen Fallzahlen wurde auch der Anlass Anfang November abgesagt. Die Veranstalter hoffen aber, bald wieder öffnen zu können. Denn wie Sandra Müggler sagt:

«Das Café Trotz-Dem entspricht einem grossen Bedürfnis.»