Die Chäpplistricker schenken Freude und Wärme

Zehn Jahre hat Zita Bruggmann Kinderchäppli gestrickt. Diese überreicht dann Gemeindepräsident Kurt Enderli an Neugeborene in Wilen. Jetzt führt Martha Scheiwiller diese Tradition weiter.

Christoph Heer
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Gemeindepräsident Kurt Enderli mit den beiden Chäppli-Strickerinnen Martha Scheiwiller (links) und Zita Bruggmann. Bild: Christoph Heer

Gemeindepräsident Kurt Enderli mit den beiden Chäppli-Strickerinnen Martha Scheiwiller (links) und Zita Bruggmann. Bild: Christoph Heer

Sie sind wie ein Herz und eine Seele, wenn man mit den beiden sympathischen Frauen an einem Tisch sitzt. Da wird gelacht, geplaudert und über vieles sinniert. Am liebsten diskutieren sie aber übers Stricken; ihrem Zeitvertrieb, der mehr als nur ein Hobby ist. In den vergangenen zehn Jahren hat die 77-jährige Zita Bruggmann nämlich 288 Kinderchäppli gestrickt, in Form und Farbe zwar unterschiedlich, aber allesamt mit viel Herzblut.

Dutzenden von Elternpaaren konnte sie so eine Freude machen, denn ihre Chäppli fanden via Gemeindepräsident Kurt Enderli den Weg zu den Neugeborenen. Für ihr Engagement bekommt Zita Bruggmann dankbare Reaktionen. «Einmal erhielt ich sogar von einem Herrn aus Sirnach eine Rose überreicht. Obschon die Strickerei seit meiner Kindheit ein wichtiger Teil meines Lebens ist und ich es bis heute so gerne mache, sind solche Aufmerksamkeiten natürlich ungemein schön», sagt die ehemalige Büroangestellte.

Positiven Dorfgeist fördern

Seit 25 Jahren wohnt Zita Bruggmann in Wilen. Sie hegt und pflegt ihren Garten mit den Blumen und dem Gemüse, liest gerne in einem Buch und engagiert sich bis heute für den Wilener Mittagstisch. Genau dank solchen Menschen werden aus normalen Gemeinden lebenswerte Dörfer, betont Gemeindepräsident Kurt Enderli. «Die Einwohnerinnen und Einwohner sollen aufeinander Acht geben und wenn immer möglich den positiven Dorfgeist fördern, dann wird das Miteinander noch besser. Mit unseren Kinderchäppli wollen wir auch einen Teil dazu beitragen», sagt Enderli.

Idee aus dem Emmental

Die Idee dazu stammt von Kurt Enderli. Im Emmental stiess er auf ein ähnliches Projekt und nahm diesen Input mit nach Hause. In Gemeindemitarbeiterin Daniela Ruesch (Leiterin Technische Betriebe) fand er eine «Verbündete». Von ihr kam dann die Anregung, dass Zita Bruggmann eine geeignete Strickerin für die damals noch in den Kinderschuhen steckende Käppli-Idee sei. (che)

Nach zehn Jahren hat Zita Bruggmann jetzt ihren «Rücktritt» vom Kinderchäppli-Auftrag angekündigt. In Martha Scheiwiller konnte aber bereits eine geeignete Nachfolgerin gefunden werden. Die berufstätige Hausdienst-Mitarbeiterin und passionierte Nordic-Walkerin freut sich auf die neue Aufgabe. «Seit 15 Jahren wohne ich hier in Wilen, und wenn ich etwas für unseren positiven Dorfgeist tun kann, mache ich das auch», sagt die 58-Jährige. Alle zwei Wochen wird gemeinsam gestrickt Zwischen Martha Scheiwiller und Zita Bruggmann hat sich eine Lismerfreundschaft entwickelt. So treffen sie sich unter anderem alle zwei Wochen mit jeweils rund 20 anderen Frauen in der Wilener Dorfschüür. «Dann wird gestrickt und auch viel gelacht in unserer Lismergruppe. Zu unserem Treff stösst jeweils eine 92-jährige Frau aus Zürich dazu. Man sieht also, wie verbindend unser Hobby sein kann», sagen die beiden Wilenerinnen.

Auch die kommenden Neugeborenen in der Gemeinde Wilen können sich somit auf ein wertschätzendes Geschenk freuen; und wenn die Babys den Kappen entwachsen sind, bleiben sie immer noch als ein schönes Präsent in Erinnerung – allenfalls auch als Ausstellungsmodell in der eigenen Stube.

So präsentieren sich die Aussteller aus der Region an der Olma

Seit fünf Tagen ist die grösste Messe der Ostschweiz im Gange. Die Unternehmen aus Wil und Umgebung ziehen vor Ort eine Zwischenbilanz. Die Geschäftsführer sind zufrieden und sich einig, dass die Olma trotz aktuellem Messesterben beliebt bleibt.
Nicola Ryser