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Die Blumenkinder von damals packten am am Woodstock-Festival in Flawil ihre Schlaghosen wieder aus

Mit dem Woodstock-Festival fand das Grotto Glatto einen würdigen und bewegenden Saisonabschluss.
MIchael Hug
Die Blumenkinder von heute sind die Enkelkinder der Flower-Power Generation. (Bild: Michael Hug)

Die Blumenkinder von heute sind die Enkelkinder der Flower-Power Generation. (Bild: Michael Hug)

«Let the sunshine in» heisst es im Refrain von «The Flesh Failures», dem viertletzten und finalen Song des Musicals und Films «Hair». Das Musical wurde 1968 am Broadway in New York uraufgeführt. Ein Jahr später erlebte ein weiterer Meilenstein der modernen Kultur- und Musikgeschichte einen Höhepunkt: Woodstock.

Schon aus «Hair» blieben eine ganze Reihe Ohrwürmer in den Ohren der damaligen Jugend hängen, doch Woodstock brachte eine volle Ladung neuer Musik ins Zeitalter der Blumenkinder. Woodstock war eine Marke, die eine neue Epoche einläutete – auch wenn das Leben vorläufig seinen gewohnten Gang ging, hüben wie drüben.

Eine halbe Million Zuschauende

In Europa wurde man vorerst gar nichts gewahr. Dass da drüben in der Nähe von New York ein Open Air mit nahezu einer halben Million Zuschauenden stattgefunden hat, sprach sich erst mal nur langsam über den Atlantik. Das änderte sich schlagartig, als sieben Monate später der Dokumentarfilm «Woodstock» und der Soundtrack daraus als Langspielplatte in Europa aufgeführt und erhältlich waren.

Auch im damaligen Flawiler Kino lief nochmals ein Jahr später der Film «Woodstock» – und die Jugend strömte, manche wohl zu allerersten Mal, ins Kino. Die Generation der heute Sechzigjährigen, die ein paar Jahre später den Kulturverein «Touch» gründeten und am vergangenen Samstagabend das Woodstock-Feeling wieder aufleben liessen, war Ende August 1969, als Woodstock stattfand, gerade mal zehn Jahre alt.

Vom präpubertierenden Teenager zum Blueser

Eigentlich war man mit Zehn zu jung, um auf populäre Rockmusik abzufahren. Aber es war gerade der richtige Zeitpunkt, um mit «Hair» und Woodstock auf das eingestimmt zu werden, was noch kommen würde. «Let The Sunshine In» brachte tatsächlich Sonne ins Leben der präpubertierenden Teenager von 1969. Scharenweise lief man vom Althergebrachten – von Heintje, Schacher Seppli, Dylan und Celentano – zur neuen Rockmusik über, man wurde Blueser, Rockerin, im-versteckten-Kiffer.

Was war das für eine Zeit! Langspielplatten, Kassetten, vier Lautsprecher im Auto, hässige Eltern. Lasst den Sonnenschein herein – «With A Little Help From My Friend» (Joe Cocker am Woodstock/urspr. The Beatles).

Sechs stunden Musik und Flower Power

Heute sind sie 60, 70 und 80 Jahre jung und hängen immer noch «ihrer» Musik nach. Ein paar dieser «Ewiggestrigen» – despektierlich gesagt – stiegen am Samstag in die alten Schlaghosen, banden sich ein Glarner Nastuch um den Kopf oder ein Blumenkränzli und pilgerten ins Grotto Glatto in der Glatthalde. Sie hörten sich die Kracher aus den 69ern an, gespielt von Geraldine & the Rotzlöffels und Richie Pavledis sowie ab Plattenspieler.

Sechs Stunden Musik und Flower Power sowie ziemlich viel Peace. Sechs Stunden nur, von damals drei Tagen, beziehungsweise dreieinhalb, da das Festival wegen zahlreicher Verzögerungen technischer und witterungsbedingter Natur erst am Montagmorgen mit Jimi Hendrix’ Interpretation von «Star-Spangled Banner» endete, wobei zu diesem Zeitpunkt nur noch etwa 35000 Fans zugegen waren. Trotzdem kassierte Hendrix mit 18000 Doller die höchste aller am Woodstock bezahlten Gagen.

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