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Die Befürchtungen der Fusionsgegner trafen nicht ein

Erika Häusermann verlangte vom Stadtrat mit einer Anfrage eine Zwischenbilanz zur Gemeindefusion. Dieses fällt positiv aus. Trotzdem zieht die GLP-Stadtparlamentarierin selbst ein zwiespältiges Fazit.
Gianni Amstutz
Seit der Fusion 2013 gehören Bronschhofen und Rossrüti zur vereinigten Stadt Wil. (Bild:PD)

Seit der Fusion 2013 gehören Bronschhofen und Rossrüti zur vereinigten Stadt Wil. (Bild:PD)

Von Gemeindefusionen versprechen sich die Beteiligten finanzielle und organisatorische Vorteile. Wil und Bronschhofen sind seit dem 1. Januar 2013 eine vereinigte Stadt.

Anlässlich des 5-Jahr-Jubiläums wollte GLP-Stadtparlamentarierin Erika Häusermann in einer Anfrage vom Stadtrat wissen, ob sich die Fusion gelohnt habe. «Es ging mir dabei darum, Antworten zu erhalten, ob die Versprechen von geringeren Personalkosten und Synergiegewinnen eingehalten werden konnten», sagt Erika Häusermann.

14,5 Vollzeitstellen durch Fusion eingespart

Ihre Partei gehörte beim Abstimmungskampf 2009 noch zu den Gegnern einer Fusion. Man befürchtete, dass die Gemeindevereinigung vor allem zu Ungunsten der Stadt Wil ausfallen würde.

Mit Blick auf die Antworten des Stadtrats zu ihrer Anfrage sei dies nicht eingetroffen, sagt Häusermann. Beim Personalaufwand beispielsweise konnten seit der Fusion rund 1,45 Millionen Franken eingespart werden. Umgerechnet ergebe dies 14,5 Stellen bei einem hypothetischen Jahreslohn von 100000 Franken pro Person, wie der Stadtrat in seiner Antwort auf die Anfrage festhält.

Auch die Verschuldung konnte um 47,82 Millionen verringert werden. Die Nettoschuld pro Einwohner beträgt somit noch 1976 Franken. Weiter führt der Stadtrat aus, dass sich der Steuerfuss mit 120 Prozent auf dem tiefsten Niveau seit 1991 befindet.

Damit fügt sich die Fusion von Wil und Bronschhofen in die Studie von Bruno Schaible. Der stellvertretende Leiter beim Amt für Gemeinden und Zuständiger für Reformen hebt in dieser unter anderem die Beseitigung von Doppelspurigkeiten, eine geringere Verschuldung und ein besseres Leistungsangebot als Vorteile von Gemeindefusionen hervor.

Erhöht hat sich in der vereinigten Stadt Wil hingegen der Sachaufwand um rund zwei Millionen Franken. Dies sei einerseits auf Vorschriften des neuen Rechnungsmodells (HRM2) zurückzuführen, anderseits auf eine höhere Investitionsgrenze. Diese ist mit 100000 Franken neu doppelt so hoch wie noch 2012.

Dies führe dazu, dass beispielsweise die Kosten in Höhe von 90000 Franken für eine Heizungssanierung in der Rechnung als Sachaufwand aufgeführt werden.

Unklarheiten konnten beseitigt werden

Erika Häusermanns Fazit zur Gemeindefusion fällt denn auch zwiespältig aus. Während sie einerseits einräumt, dass sich die Sorgen der Fusionsgegner nicht bewahrheitet hätten, seien anderseits auch die versprochenen positiven Effekte geringer ausgefallen als erwartet.

So gibt sie zu bedenken, dass der Steuerfuss immer noch höher sei als in vergleichbaren Gemeinden, rechne man ein, dass die Abgaben der Technischen Betriebe an die Stadt Wil seit 2007 um elf Steuerprozentpunkte gestiegen seien.

Grundsätzlich sei sie aber zufrieden mit der Beantwortung ihrer Anfrage. «Die Zahlen liegen nun vor. Das beseitigt viele Unklarheiten, die in Bezug auf die Gemeindefusion herrschten.»

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