Die bäuerlichen Wurzeln gepflegt

«Entdecke die Wurzeln, die dich halten» war das Thema einer Tagung, zu der die Bäuerinnenvereinigung Bronschhofen-Trungen lud. Rund 300 Bäuerinnen und Landfrauen trafen sich zu einem persönlichen Austausch. Als fast einziger Mann war der Gastreferent, Stadtpfarrer Roman Giger, im Ebnetsaal anzutreffen.

Ursula Ammann
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Stadtpfarrer Roman Giger und Esther Dobler, Präsidentin der Bäuerinnenvereinigung Bronschhofen-Trungen. (Bild: unknown)

Stadtpfarrer Roman Giger und Esther Dobler, Präsidentin der Bäuerinnenvereinigung Bronschhofen-Trungen. (Bild: unknown)

BRONSCHHOFEN. Auch der Frühling war zu Gast am Mittwochnachmittag im Ebnetsaal. Weidenkätzchen und Osterglocken schmückten die Bühne, einige Bäuerinnen hatten ihre bunten Trachten aus dem Schrank genommen, und die 3.-Klässler der Primarschule Bronschhofen sangen «Maiechäfer flüg devo».

Über Nacht verdreifacht

«Das Ziel der Bäuerinnentagung ist, sich untereinander auszutauschen und die Gemütlichkeit zu pflegen», sagte Esther Dobler, Präsidentin der Bäuerinnenvereinigung Bronschhofen-Trungen, diesjährige Gastgeberin. Rund 300 Bäuerinnen und Landfrauen aus dem Kreis Fürstenland Wil folgten der Einladung in den Ebnetsaal.

Stadtpräsidentin Susanne Hartmann stellte den Anwesenden den Versammlungsort, «unser schönes Wil», kurz vor. Wil biete viel, sagte sie – als Regionalstadt, Mobilitätsstadt, Energiestadt, Kulturstadt, Gesundheitsstadt, Vereinsstadt, Bildungsstadt und Sportstadt. Doch wie sieht es mit Wil als Landwirtschaftsstadt aus? Durch die Gemeindefusion habe sich die Fläche der Stadt Wil quasi über Nacht verdreifacht. 994 Hektaren der vereinigten Stadt Wil seien Landwirtschaftsland, was 47,7 Prozent der gesamten Gemeindefläche ausmache, rechnete Susanne Hartmann vor. Die Statistik des Bundes weise für 2012 im vereinigten Gemeindegebiet insgesamt 55 grössere und kleinere landwirtschaftliche Betriebe aus, drei davon als biologische. «In diesen Betrieben kümmern sich 179 Beschäftigte unter anderem um 19 880 Geflügel, 4190 Schweine und 1870 Rinder», erklärte Hartmann weiter. Wil sei urban aber auch ländlich. Sie freue sich, dass 22 600 Menschen Wil ihr Daheim nennen können. Um Ziele zu erreichen, brauche es einen Startpunkt, eine Heimat, ein Zuhause, sagte die Stadtpräsidentin passend zum Thema «Entdecke die Wurzeln, die dich halten».

Der Vorname als Wurzel

Zu den Wurzeln hatte sich auch Stadtpfarrer Roman Giger, Gastreferent der Tagung, einige Gedanken gemacht. «Ohne Wurzeln ist das Leben schwierig, aber wer sie hat, mag viel aushalten», sagte er und erzählte gleich zu Beginn ein afrikanisches Märchen. Dieses handelte von einer Palme, in deren Krone jemand einen schweren Stein hob. Um die Last zu tragen, schlug die Palme ihre Wurzeln immer tiefer in den Boden und wurde dadurch immer prächtiger. Auch Schweres im Leben könne wertvoll sein, sagte Roman Giger. Er betrachte es immer wieder als Wunder, wie Menschen unter schwierigen Bedingungen leben und dennoch nicht verbittert sind und aufgeben.

Eine Wurzel könne der Glaube sein, sagte der Stadtpfarrer. Doch auch wer seinen Vorfahren oder der Bedeutung des eigenen Vornamens einmal nachspüre, könne seine Wurzeln entdecken. Präsidentin Esther Dobler (ihr Name bedeutet «der Stern») überreichte Roman («der Römer») Giger zum Dank für seine Rede einen guten Tropfen Wein.

3.-Klässler aus Bronschhofen sangen sich in die Herzen der Bäuerinnen. (Bilder: Ursula Ammann)

3.-Klässler aus Bronschhofen sangen sich in die Herzen der Bäuerinnen. (Bilder: Ursula Ammann)

Gemütlichkeit und Austausch waren die Eckpfeiler der Bäuerinnentagung im Ebnetsaal. (Bild: unknown)

Gemütlichkeit und Austausch waren die Eckpfeiler der Bäuerinnentagung im Ebnetsaal. (Bild: unknown)