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Die Arbeit mit neuen Medien ist kinderleicht

Wie das Medienbildungskonzept an den Oberuzwiler Schulen konkret umgesetzt wird
Gianni Amstutz
Lehrerin Alexandra Zingg hilft einer Schülerin bei der Arbeit mit einem Convertible. (Bild: Gianni Amstutz)

Lehrerin Alexandra Zingg hilft einer Schülerin bei der Arbeit mit einem Convertible. (Bild: Gianni Amstutz)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

«Was muss ich jetzt eingeben», fragt ein Schüler der ersten Klasse der Primarschule Oberuzwil. Vor sich hat er ein sogenanntes Convertible, einen Laptop, der auch als Tablet eingesetzt werden kann. Anscheinend will irgendetwas beim Einloggen nicht klappen. Der Schüler tippt mit der Hand noch einmal ins Eingabefeld und gibt das Passwort ein. Dieses Mal funktioniert’s.

«Mit dem Anmelden haben die Kinder noch etwas Mühe», erklärt die Lehrerin Alexandra Zingg. Das liege daran, dass im Benutzername ein Unterstrich enthalten sei. Diesen würden die Kinder auf der Tastatur nicht finden. Man werde die Benutzernamen auf das nächste Schuljahr bedienerfreundlicher gestalten. Das Finden der Buchstaben auf der Computertastatur scheint für die Kinder jedoch das einzige Problem zu sein. Denn ansonsten gehen die Sechs- bis Siebenjährigen gekonnt mit den Geräten um.

Mit dem Programm «Book Creator» arbeiten sie an virtuellen Zoobüchern. In diesen haben sie mit Texten, Fotos, Videos und Tonaufnahmen ihre Lieblingstiere festgehalten. «Die Arbeit geht so schneller», erklärt ein Schüler die Vorteile der Technologie. Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht ist Teil des Lehrplans 21. Kürzlich hat die Schule Oberuzwil ein Medienbildungskonzept präsentiert. Dieses wurde auf die Vorgaben des neuen Lehrplans abgestimmt und hat eine einheitliche Medienbildung der Schülerinnen und Schüler zum Ziel («Wiler Zeitung» vom 22. Juni 2017).

Heute lautet die Aufgabe, das Titelbild des Buches zu gestalten. Neben dem eigenen Namen sollen die Schülerinnen und Schüler ein Foto von sich und den Titel «Mein lebendiges Zoobuch» auf der Seite platzieren. «Wie können wir mit den Convertibles ein Foto machen», fragt Alexandra Zingg die Klasse. Sofort schiessen Hände in die Höhe. «Man muss auf die Kamera klicken», antwortet der aufgerufene Junge. «Willst du es gleich vorzeigen?», fragt ihn die Lehrerin. Der Schüler schreitet nach vorne zur Tafel. Obwohl Tafel das falsche Wort ist, denn zu Beginn des Schuljahres wurden die klassischen Wandtafeln durch Multitouchdisplays, Flachbildschirme mit Touchfunktion, ersetzt.

Keine Scheu vor moderner Technologie

Gekonnt klickt der Junge auf ein kleines Plus am Rande des Bildschirms. Damit öffnet er ein Menu, bei dem er wählen kann, was er auf der Seite einfügen möchte. Er drückt auf «Foto» und wählt danach das Kamerasymbol aus. Schon erscheint auf dem Bildschirm ein Fenster, welches eine Aufnahme der am Convertible integrierten Kamera zeigt.

Ein anderer Schüler demonstriert, wie man bei einem Text die Schriftart und Grösse anpassen kann. Dazu tippt er auf den Text, wodurch der Rahmen angewählt wird. Dann klickt er beim Menu auf der Seite des Multitouchdisplays auf ein kleines i. Eine Auswahl öffnet sich. Sowohl Grösse, Farbe als auch die Schriftart können nun angepasst werden. Auch hier funktioniert alles problemlos. «Die Schülerinnen und Schüler haben meistens, bereits bevor sie in die Schule kommen, zu Hause Erfahrungen mit Smartphones oder Tablets gemacht», sagt Alexandra Zingg. Deshalb würden sie sehr intuitiv mit den digitalen Medien umgehen und hätten keine Berührungsängste.

Am Ende der Lektion präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre fertigen Zoobücher, die sie über die vergangenen Wochen auf den Convertibles zusammengestellt haben. Besonders stolz sind sie auf ihre selbst gemachten Stop-Motion-Filme. «Wir haben ganz viele Fotos gemacht und zwischendurch Gegenstände aus Lego ein bisschen bewegt», erklärt ein Mädchen das Vorgehen. Durch die Abfolge der Fotos entsteht die Illusion von Bewegung, vergleichbar mit einem Daumenkino.

Einsatz der Medien für zusätzlichen Lerneffekt

«Früher hätten wir das Zoobuch ohne den Einsatz von Medien hergestellt», betont Alexandra Zingg. Doch durch die Arbeit mit den Convertibles lernten die Kinder zusätzlich auf spielerische Weise den Umgang mit der Technologie. Und dieser scheint ihnen Spass zu bereiten. «Mir gefällt, dass ich Fotos von unserer Schulreise in mein Buch laden kann», sagt ein Junge. Und auch auf den Post-its, auf denen die Schülerinnen und Schüler am Ende der Schulstunde aufschreiben, wie es ihnen gefallen hat, notieren mehrere von ihnen «ausgezeichnet».

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