Die Agenda wird neu geschrieben: In der Region Fürstenland-Toggenburg werden Veranstaltungen abgesagt

Wegen des Corona-Virus werden aus Sicherheitsgründen immer mehr Veranstaltungen verschoben oder ganz abgesagt.

Hans Suter
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Verschoben oder abgesagt: Bei vielen Veranstaltungen ist es ratsam, die Agenda auf den neuesten Stand zu bringen.

Verschoben oder abgesagt: Bei vielen Veranstaltungen ist es ratsam, die Agenda auf den neuesten Stand zu bringen.

Bild: Vera Minder und Katja Brütsch

Grössere Menschenansammlungen bedeuten ein grösseres Risiko, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Zur Risikogruppe zählen insbesondere Personen über 65 Jahre und Menschen, die aus besonderen Gründen ein geschwächtes Immunsystem haben.

Anlässe mit weniger als 150 Personen dürfen weiterhin ohne Bewilligung durchgeführt werden. Doch immer mehr Veranstalter ziehen es vor, das Risiko gar nicht erst einzugehen. Allein für dieses Wochenende sind in der Region Fürstenland-Toggenburg mehr als ein halbes Dutzend Veranstaltungen von einer kurzfristigen Verschiebung oder Absage betroffen.

Mutationen häufen sich immer mehr

Die Generalversammlung der Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg von heute Abend wird auf später verschoben. Ebenso das Jubiläum «75 Jahre Jodelchörli Aplerösli» in Wattwil von morgen Samstagabend. Ganz abgesagt wurde der Suppenzmittag der Evangelischen Kirchgemeinde Wil vom Samstag. Gestrichen werden auch die Suppentage in Bazenheid und Münchwilen vom Sonntag, ebenso der Pastazmittag in Uzwil. Die ökumenischen Gottesdienste in Münchwilen (11 Uhr evangelische Kirche) und Uzwil (10.30 Uhr reformierte Kirche) finden hingegen statt. Abgesagt worden ist das Seniorenkonzert in Nesslau vom Sonntag. Der Vortrag der Thurvita zum Thema «Spitaleintritt – und nie wieder heim?» am 9. März wird verschoben.

Keine einheitliche Regelung für den Fussball

Die Regelung in den höchsten beiden Fussballligen des Landes ist klar: Sowohl in der Super League als auch in der Challenge League wird zumindest bis am 21./22. März nicht gespielt. Auch der FC Wil ist davon betroffen.

Abseits des Profibetriebs wird es komplizierter. So bedauert das Komitee der 1. Liga, dass weiterhin keine einheitliche Regelung für Anlässe mit weniger als 150 Personen über alle Kantone gelte, sondern lediglich eine Empfehlung existiere. Weil dadurch unterschiedliche kantonale Vorschriften zur Anwendung gelangten und um mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern, hat das Komitee alle Meisterschaftsspiele der Promotion League sowie der 1. Liga vom kommenden Wochenende auf einen noch zu bestimmenden Termin verschoben. Auf das Einzugsgebiet dieser Zeitung hat der Entscheid keinen direkten Einfluss. Der Nachwuchs des FC St. Gallen, der in der Regel seine Heimspiele in Wil austrägt, hätte am Samstag in Balzers antreten müssen.

Anders könnte es eine Woche später aussehen, wenn die Teams der 2. Liga interregional die Rückrunde in Angriff nehmen. Werden diese Spiele abgesagt, würde es den Wiler Nachwuchs, den FC Uzwil und den FC Bazenheid treffen. Freundschaftsspiele sind gemäss Verband unter Einhaltung der kantonalen Vorschriften möglich – auch dieses Wochenende. (bl)

Vieles noch unklar

Die Baustellenbesichtigung auf der Umfahrung Wattwil im Rahmen des Swiss Engineer’s Day vom 15. März wird verschoben. Die Wattwiler Autoshow, die am 28./29. März hätte stattfinden sollen, ist abgesagt worden. Bei einer Reihe weiterer Veranstaltungen ist noch unklar, ob sie verschoben werden müssen. Besonders betroffen sind aus saisonalen gründen die Generalversammlungen der Regional- und Raiffeisenbanken. Bereits bekannt ist, dass die GV der Raiffeisenbank Regio Uzwil vom 13. März verschoben wird.

Noch keine Mutationen sind im Wiler Stadtsaal zu verzeichnen. Desgleichen im Flawiler Lindensaal – bis auf eine abgesagte Lehrerveranstaltung.


Der Corona-Virus beeinflusst auch die Arbeit der Reisebüros

«Noch nie wurde um diese Jahreszeit so wenig gebucht wie in diesem Jahr», fasst Elmar Gehrig von der Thur-Reisen GmbH in Wil die aktuelle Lage der Reisebüros zusammen. Zurückführen lässt sich dies auf das Corona-Virus und die damit verbundene Angst der Reisenden, in diesem Punkt sind sich die Reiseanbieter einig.

Weniger Buchungen sind derzeit überall zu verzeichnen, jedoch hat nicht jedes Reisebüro gleichermassen mit Absagen zu kämpfen. Die vermehrten Absagen, insbesondere von Reisen in wenig oder gar nicht betroffene Gebiete, stossen bei Sunshine Reisen in Flawil auf Unverständnis.

Reisebüro rät von Reisen nach Norditalien ab

Offerten würden zwar angefragt, die darauffolgende Buchung bleibe jedoch oftmals aus, lassen die Reiseveranstalter einstimmig verlauten.
Stefan Schmid von der Reisebüro Lichtensteig GmbH empfiehlt seinen Kundinnen und Kunden, zurzeit nicht nach Norditalien zu Reisen. Auch verteilt sein Büro an alle Reisenden ein Merkblatt, auf dem die Verhaltensregeln bezüglich Husten und Niesen noch einmal aufgeführt sind sowie auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das Eidgenössische Departement des Äussern (EDA) und die Weltgesundheitsorganisation WHO verwiesen wird.

Ein verändertes Reiseverhalten bezüglich der Destinationen sei nicht bemerkbar, so alle. Statt an eine kaum betroffene Destination zu reisen, werde einfach grundsätzlich auf das Reisen verzichtet. Letztlich sei es die Entscheidung des Kunden, ob er seine Reise wie geplant antreten will, sie verschieben möchte oder gänzlich verzichtet, sagt Schmid.

Gratis stornieren nur bei Reisewarnung des EDA

Damit eine Stornierung gratis erfolgen kann, muss der Bund eine konkrete Reisewarnung aussprechen oder die entsprechende Destination verbieten. Dies ist bis anhin erst bei Wuhan/Hubei der Fall. Einige Reisende sind laut Stefan Schmid von den annullierten Flügen nach China betroffen. Für diese werde eine möglichst ansprechende Alternative gesucht.
Diese Problematik sei bei der Thur-Reisen GmbH noch kein Thema, da die Reisen nach China, und auch Norditalien, erst im Sommer stattfinden werden, erklärt Elmar Gehrig. (kab)