Die Abfallkübel im Fokus

JONSCHWIL. Im Kampf gegen das Littering lanciert die Jonschwiler Behörde eine Aktion. Bauverwalter Felix Ambühler hat die Idee aus Wien mitgebracht. Jetzt sollen auch auf die Abfallkübel in der Gemeinde einladende Sprüche geklebt werden.

Urs Bänziger
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Die Sprüche lenken die Aufmerksamkeit auf die Abfallkübel.

Die Sprüche lenken die Aufmerksamkeit auf die Abfallkübel.

Der Jonschwiler Bauverwalter Felix Ambühler ist mit schönen Eindrücken und einer zündenden Idee von seiner Städtereise nach Wien zurückgekehrt. Ihm stachen nicht nur die Sehenswürdigkeiten ins Auge, sondern auch die Abfallkübel in Wien. Auf diesen sind Sprüche aufgeklebt wie «Für Sie rund um die Uhr geöffnet» und «Bitte füttern». Ambühl fand die Idee mit den Klebern originell und hat einige der Kübel fotografiert. Auch der Gemeinderat war begeistert, als ihm der Bauverwalter nach seiner Heimkehr die Fotos vorlegte.

Was in der Weltstadt Wien Beachtung findet, kann auch in Jonschwil auf Aufmerksamkeit stossen, sagte sich der Gemeinderat und beschloss, in der Bevölkerung einen Sprüche-Klopfer-Wettbewerb zu lancieren.

Auch in Jonschwil ein Problem

«Leider ist der Abfall nicht nur in Grossstädten ein Problem, sondern auch bei uns», sagt Gemeindepräsident Stefan Frei. Mit dem Wettbewerb möchte der Gemeinderat zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll die Bevölkerung mit dem Wettbewerb für das Littering sensibilisiert werden, zum anderen sollen die Sprüche darauf aufmerksam machen, dass die Abfallkübel in der Gemeinde nicht zur Dekoration da sind. «Mit der Aktion möchten wir der Bevölkerung ins Bewusstsein rufen, dass die Abfallkübel zur Entsorgung von Müll aufgestellt wurden», betont der Gemeindepräsident.

Das Littering beschäftigt die Jonschwiler Behörde mehr als ihr lieb ist. «An vielen Orten in unserer Gemeinde werden wir täglich mit Abfall konfrontiert», sagt Stefan Frei. Aktuelles Beispiel ist das Areal der Primarschule Schwarzenbach, wo der Hauswart trotz der Schulferien keine Sommerpause hatte und fast täglich auf «Abfalltour» gehen musste. Auf dem Schulareal würden sich oft Jugendliche aufhalten und Abfall hinterlassen, obwohl überall Kübel bereitstehen, erzählt der Gemeindepräsident. Der Hauswart hat für das Aufräumen rund 25 Arbeitsstunden geleistet und dabei 10 Kilo Aludosen, zwei Säcke PET-Flaschen und einen Container übrigen Abfall eingesammelt. Auch Bauamtsleiter Leo Zimmermann und seine Mitarbeiter sind fast täglich damit beschäftigt, Abfall wegzuräumen. Er findet die Idee mit dem Wettbewerb gut. In der Gemeinde stünden genug Abfallkübel, um sie mit originellen Sprüchen zu beschriften.

Mit Aktion Geld sparen

Stefan Frei erhofft sich mit der Aktion noch einen anderen Effekt. «Das Littering beschäftigt uns nicht nur, sondern kostet die Gemeinde auch viel Geld.»