DICKEN: Natur und Kultur

Zurzeit engagieren sich 13 freiwillige Helfer aus aller Welt, zum ihren Beitrag am Landschaftskonzept Neckertal zu leisten. Ein Einsatz nicht nur für die Natur, sondern auch für die Völkerverständigung.

Urs M. Hemm
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Die Teilnehmer werden in Gruppen aufgeteilt und die Arbeiten von den Betreuern vergeben. (Bilder: Urs M. Hemm)

Die Teilnehmer werden in Gruppen aufgeteilt und die Arbeiten von den Betreuern vergeben. (Bilder: Urs M. Hemm)

Urs M. Hemm

urs.hemm

@toggenburgmedien.ch

Es regnet in Strömen. Dennoch erklimmen die Freiwilligen ohne zu murren das steile Waldstück zum Gelben Felsen bei Dicken. Es ist ein Einsatz des SCI. Der Service Civil International (SCI) Schweiz organisiert weltweit Workcamps. Gemeinsam unterstützen Freiwillige aus verschiedenen Ländern ein ökologisches, soziales oder kulturelles Projekt in der Schweiz oder im Ausland. In diesem Jahr engagieren sich 13 Freiwillige aus Mexiko, Holland, Italien, Spanien, Russland, Serbien und Tschechien während zweier Wochen für den Erhalt unserer Natur.

Begrüsst wurden die Teilnehmer von Reto Zingg, als Vertreter der Schweizerischen Stiftung für ­Vogelschutzgebiete (SSVG), der Besitzerin des Waldstücks bei ­Dicken. «Ich bedanke mich für euren selbstlosen Einsatz und euer Engagement für die Natur», sagte er.

Steile Hänge von Ästen befreien

Doch damit war es mit Ausruhen schon vorbei. Steil bergauf geht es über Brombeerstauden und über schlüpfrige Äste. Genau solche Äste müssen die Helfer an diesem Tag zusammensammlen. «Es geht darum, die Biodiversität und die Wiederansiedlung von verschiedenen Lebensarten in diesem Gebiet zu fördern», sagt Berater und Zoologe Heinrich Schiess. Trotz des Regens machen sich die freiwilligen Helfer an die Arbeit. Kommuniziert wird in Englisch, oder wenn nötig mit Händen und Füssen. Dennoch: Alle verstehen sich und die Stimmung ist gut. Alle arbeiten Hand in Hand. Teil der Gruppe ist auch Rocìo Castelanos, eine Studentin aus Madrid. «Für mich ist es eine sehr schöne Erfahrung. Ich habe die Alpen kennen gelernt, aber auch viele Gleichgesinnte, die sich für die Natur einsetzen ­wollen», sagt die junge Spanierin.

Sie ist zum ersten Mal in der Schweiz. «Aufgefallen ist mir, wie sauber es hier überall ist. Hier schmeisst niemand etwas auf den Boden, sondern in einen der vielen Abfalleimer, die überall stehen.» Zudem seien die Leute freundlich und hilfs­bereit, wenn man beispielsweise nach dem Weg frage. «Ich habe nie ein unfreundliches Wort gehört», sagt die Biologiestudentin.

Für die Förderung der Biodiversität

Für Heinrich Schiess ist dieser Einsatz der freiwilligen Helfer von enormer Bedeutung. «Einerseits fördern solche Camps die Völkerverständigung. Andererseits ist dieser Einsatz wichtig für die Förderung der Biodiversität.» Im Rahmen des Landschafts­konzepts Neckertal sei schon ­vieles erreicht worden, doch gebe es auch noch vieles zu tun. «Daher sind solche Projekte sinnvoll und wertvoll und leisten einen grossen Beitrag an unser Ziel, nämlich das Neckertal so schön zu erhalten, wie es ist.»