DETAILHANDEL: Trägerschaft führt jetzt den Laden

Die Stiftung Dorfmarkt war mit dem Pächter nicht zufrieden. Sie betreibt deshalb den Dorfladen in Niederbüren auf eigene Rechnung. Das Warenangebot soll mehr den Bedürfnissen der Kunden angepasst werden.

Urs Bänziger
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Im Dorfladen decken sich Kunden mit Produkten des täglichen Bedarfs ein. Produzenten aus der Region liefern Frischwaren. (Bild: Urs Bänziger)

Im Dorfladen decken sich Kunden mit Produkten des täglichen Bedarfs ein. Produzenten aus der Region liefern Frischwaren. (Bild: Urs Bänziger)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Seit bald sechs Jahren stellt die Stiftung Dorfmarkt mit dem Laden an der Staatsstrasse die Grundversorgung der Bevölkerung in Niederbüren sicher. Bisher hat die Stiftung Räume und Ladeneinrichtung an einen Betreiber vermietet, der das Geschäft in eigener Regie und auf eigene Rechnung führte. Jetzt hat die Stiftung die operative Führung selbst übernommen. Für die Geschäftsübergabe und Inventur blieb der Dorfladen am Montag geschlossen. Seit gestern ist er wieder geöffnet. Auf den ersten Blick spüren die Kunden nichts von dieser Veränderung. Das Verkaufspersonal ist das gleiche, das Warensortiment im Grossen und Ganzen auch.

Gewerbefrau ist Geschäftsleiterin

Für die Stiftung und auch für die Zukunft des Dorfladens ist die Übernahme allerdings von Bedeutung. «Jetzt liegen Erfolg und Geschäftsführung in unserer Verantwortung», sagt Stiftungsratspräsident Pius Jung. Die Stiftung hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem der bisherige Pächter die in ihn gesetzten Erwartungen nicht hat erfüllen können. Das Umsatzziel sei zwar knapp erreicht worden, aber Abwicklung und Administration seien nicht zufriedenstellend gewesen, sagt Jung. Der Stiftungsrat ist überzeugt, dass mit verbesserten Abläufen im Dorfladen Entwicklungspotenzial steckt. Um ihn auf eigene Rechnung führen zu können, ist die Dorfmarkt Niederbüren GmbH gegründet worden.

Als Geschäftsleiterin der neuen Firma fungiert Lucia Wagner-Eisenegger. «Sie ist verantwortlich für die ganze Administration inklusive Buchhaltung», erklärt Pius Jung. «Lucia Wagner führt mit ihrem Mann in Niederbüren ein Holzbauunternehmen. Von ihren Erfahrungen als Gewerbefrau kann der Dorfladen profitieren.» Vom Pächter übernommen hat die Stiftung die drei Mitarbeiterinnen im Verkauf. Eine vierte Teilzeitmitarbeiterin wird noch hinzukommen, die Stellenausschreibung läuft. «Mit diesem Verkaufspersonal können wir der Kundschaft im Dorfladen einen tadellosen Service bieten, mit gleichbleibenden Öffnungszeiten», sagt Jung.

Unverändert bleibt auch die Partnerschaft mit der Spar AG, von welcher der Niederbürer Dorfladen einen Grossteil des Warensortiments bezieht. Den Rest, hauptsächlich Frischprodukte, liefern Anbieter aus der Region. Wie Jung sagt, soll das Warenangebot noch mehr den Bedürfnissen der Kundschaft angepasst werden. «Wir wollen im Laden das anbieten, was die Leute benötigen und auch kaufen.»

Die Stiftung wurde vor sechs Jahren ins Leben gerufen, damit die Zukunft des Dorfladens gesichert ist. Daran habe sich nichts geändert, sagt Jung. «Um den Dorfladen weiter erhalten zu können, braucht es natürlich die Unterstützung der Bevölkerung. Jeder Einkauf trägt dazu bei.»