«Der Zug pfiff und dann hat es geknallt»

Gestern Dienstag kollidierte in Wängi ein Lastwagen mit der Frauenfeld-Wil-Bahn. Ernsthaft verletzt wurde niemand. Es entstand jedoch Sachschaden in Höhe von mehr als 100 000 Franken. Ein Ersatzbus war schnell an Ort, allerdings wurden etliche Zugspassagiere vergessen.

Tanja Weibel
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Bei der Kollision entstand grosser Sachschaden, erheblich verletzt wurde aber niemand. (Bild: kapo)

Bei der Kollision entstand grosser Sachschaden, erheblich verletzt wurde aber niemand. (Bild: kapo)

WÄNGI. Gestern morgen, kurz vor 8 Uhr, prallte ein Lastwagen seitlich in einen Zug der Frauenfeld-Wil-Bahn. Der Lkw kam aus einer Einfahrt neben dem Bahnhöfli und wollte in die Wilerstrasse einbiegen. Dabei nahm er die heranfahrende Bahn trotz Blinklicht und Signaltönen nicht wahr. «Nach dem Unfall sah ich einen Mann am Boden liegen», berichtet eine Augenzeugin. Es handelte sich um den 36jährigen Chauffeur des Lastwagens. «Er stand unter Schock, hatte Schmerzen an Kopf und Beinen und Kratzspuren an den Händen.»

Über eine Stunde gewartet

Simon Groot Kormelink aus Münchwilen, der zur Zeit des Unfalls im vorderen Waggon des Zugs sass, sah den Lastwagen von der Seite herannahen. «Der Zug pfiff wie verrückt und dann hat es geknallt.» Der Lastwagenfahrer habe sich abschnallen und auf den Beifahrersitz rutschen können, sagt Simon Groot Kormelink.

Per Durchsage seien die Fahrgäste über den Unfall informiert worden. Kurz nach der Kollision hatte die Bahn Ersatzbusse organisiert, welche die Fahrgäste weiter nach Frauenfeld brachten. Allerdings nicht alle. Natascha Hossli, ebenfalls aus Münchwilen, sass während des Unfalls im hinteren Waggon. Eine Durchsage wies die Gäste im hinteren Waggon an, sitzen zu bleiben. Und das taten sie. Über eine Stunde lang. «Keiner wusste, dass die Leute aus dem vorderen Wagen bereits im Bus nach Frauenfeld unterwegs waren. Erst als jemand ausstieg, um nachzusehen, verliessen auch wir den Zug», sagt Natascha Hossli.

Schranke hätte Unfall verhindert

Kurt Hafner, Wirt im nahegelegenen Landgasthof Schäfli, hat die Kollision gesehen. «Ich war draussen am Schneewischen, als es knallte», sagt Hafner. An dieser Stelle habe es noch nie einen Unfall gegeben. Seit einiger Zeit werden auf der ganzen Bahnstrecke zwischen Wil und Frauenfeld Sanierungen durchgeführt. «Und ausgerechnet jetzt, kurz bevor eine Schranke an diesem Bahnübergang angebracht wird, passiert noch etwas», sagt der Wirt. Ernsthaft verletzt wurde beim Zusammenprall niemand, doch es entstand Sachschaden von mehr als 100 000 Franken.