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Vogelzüchter Hans Schwizer ist den gefiederten Exoten verfallen

Als Zehnjähriger erhielt Hans Schwizer einen Wellensittich. Seither faszinieren Vögel den heute 75-Jährigen. Der Züchter ist im Besitz des einzigen Angola-Schmetterlingsfinken der Schweiz.
Zita Meienhofer
Hans Schwizer ist seit 1976 Volierenwart im Vögelipark in Flawil. (Bild: Zita Meienhofer)

Hans Schwizer ist seit 1976 Volierenwart im Vögelipark in Flawil. (Bild: Zita Meienhofer)

Hans Schwizer steht ruhig im Vorraum der Volieren des Vögelparks in Flawil. Geräuschlos öffnet er die Tür zu einem Vogelkäfig und zeigt auf einen der bunten Prachtfinken, die vergnügt zwischen den Ästen herumfliegen, mal drinnen sind und dann wieder draussen. Er kennt seine Vögel, weiss, wie sie sich verhalten, reagiert, wenn etwas nicht wie immer ist. Hans Schwizer, in Flawil geboren und aufgewachsen, ist seit 1976 verantwortlicher Volierenbetreuer im Vögelipark der Gemeinde. Im Jahr 1980 wich die alte, baufällige Anlage einer neuen Voliere samt WC-Anlage.

Die gefiederten Tiere interessieren ihn schon, seit seine Grossmutter von seiner Gotte einen Wellensittich erhielt. «Der hat mich sehr fasziniert», sagt Schwizer – so sehr, dass er auch einen erhielt. Doch noch mehr als die Wellensittiche hatten es ihm die Prachtfinken angetan. «Er ist ein kleiner Vogel, zwitschert leise und es gibt ihn in vielen Variationen», erklärt er seine Vorliebe für diese Vogelart.

Der Vögelipark ist Heimat von 200 Vögeln

In den Volieren im Vögelipark hausen rund 200 Vögel, vornehmlich Prachtfinken, einige Grosssittiche, Wellensittiche, Kanarienvögel und ein Graupapagei. Die Wellensittiche und Kanarienvögel hat er von seinem Vorgänger übernommen. Dazu kamen diverse Vögel von Personen, die sie nicht mehr halten konnten oder durften. Robin, der Graupapagei ist aus ähnlichen Gründen in die Flawiler Voliere gekommen. Bei Hans Schwizer gefällt es ihm. Weshalb? «Ich rede mit ihm und verweile bei ihm», antwortet er. Es scheint, dass sich Hans Schwizer und der Graupapagei bestens verstehen. Kommt er in seine Nähe, beginnt Robin zu plappern.

Schwizer spricht nicht nur mit dem Papagei, er spricht auch mit den Prachtfinken. Er möchte, dass es ihnen gut geht. «Nur so ist die Zucht erfolgreich», sagt er. Mit dem Züchten dieser Vogelart hat er als 16-Jähriger begonnen. Schon damals waren normale Wellensittiche im Überfluss vorhanden, Prachtfinken jedoch eher selten. Grund dafür waren die Haltung, die Zucht und nicht zuletzt der Preis. Damals kostete ein Paar Weissbrust-Schilffinken knapp 1000 Franken. Heute bezahlen Züchter je nach Art, Qualität und Verfügbarkeit der Vögel 80 bis 600 Franken. Das Züchten von Prachtfinken ist nicht einfach. «Grösse, Zeichnung und Farbe müssen dem Standardvogel entsprechen», erklärt er. «Für eine gute Qualität der Vögel muss man wissen, was eingekreuzt werden darf.»

Wunderbare Laune der Natur: Die Farbigkeit der Prachtfinken vermag die Besuchenden des Vögeliparks zu begeistern. (Bild: Zita Meienhofer)

Wunderbare Laune der Natur: Die Farbigkeit der Prachtfinken vermag die Besuchenden des Vögeliparks zu begeistern. (Bild: Zita Meienhofer)

Grundfutter wird gekauft, das Dessert gesammelt


Rund drei Stunden verbringt Hans Schwizer täglich in der Flawiler Voliere. Ist er einmal nicht vor Ort, hat er eine Stellvertretung. Doch das kommt nicht allzu oft vor. Seine Vögel sind ihm wichtig, für ihr Wohlergehen macht er viel. Ist er in der Natur unterwegs, sammelt er in Wiese, Wald und Moor, das, was seine gefiederten Freunde lieben. Zudem pflanzt er in seinem Garten jenes Futter an, welches er im Freien nicht findet.

Die Vögel mögen allerdings nicht nur Grünfutter, sie mögen auch Insekten. Bald wird klar, weshalb Schachteln und Boxen im Vorraum der Volieren stehen. «Ich züchte Heuschrecken, Buffalowürmer, Mehlwürmer, Heimchen und fluguntaugliche Fruchtfliegen», erklärt Schwizer. Er stellt klar: «Das reicht noch nicht. Nur das Dessert finde ich in der Natur, das Grundfutter muss dazu gekauft werden.»

Besitzer von seltenen Vögeln

Der Flawiler ist in der Welt der Vogelzüchter eine bekannte Person. Einerseits ist er ein erfolgreicher Züchter, der schon etliche Auszeichnungen gewonnen hat. Anderseits besitzt er seltene Prachtfinken wie den Angola-Schmetterlingsfink. Hans Schwizers Tiere sind – gemäss seines Wissens – die einzigen in der Schweiz. Deshalb sind diese seltenen Vögel auch gefragt. Doch Schwizer verkauft sie nicht. Die Vögel bereiten ihm Freude, das merkt man, wenn man sieht, wie er mit seinen Schützlingen umgeht und sie hegt und pflegt. Sein Hobby, die Zucht, sowie den Job als Volierenwart will er deshalb in den nächsten Jahren behalten. Als Co-Präsident von Kolibri Wil, einem Verein für Vogelliebhaber und Natur- und Vogelschutz, gibt er zudem seine jahrelangen Erfahrungen und die Freude an der Vogelzucht an die Mitglieder des Vereins weiter.

Prachtfinken

Die Prachtfinken sind eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel. Einige Arten wie beispielsweise der Zebrafink sind bei Ziervogelhaltern und Züchtern aufgrund ihres bunten, prachtvollen Gefieders sehr beliebt. Je nach Klassifizierung werden zwischen 135 und 140 Arten dieser Familie zugerechnet, die in 33 bis 35 Gattungen eingeordnet werden. Sie erreichen ausgewachsen eine Körperlänge zwischen acht und 17 Zentimeter. Die meisten Arten haben eine Körpergrösse von elf bis 13 Zentimetern. Prachtfinken haben ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Australien, Afrika und Asien. Sie sind bereits seit Jahrhunderten in China und Japan als Ziervögel beliebt. Das Spitzschwanz-Bronzemännchen ist einer der ältesten exotischen Stubenvögel in Europa. Es gehört zu den ersten exotischen Arten, die aus Übersee eingeführt und bereits im 17. Jahrhundert in Europa gehalten wurden. (pd)

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