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Der Wiler Stadtrat will mehr Geld für Schulsozialarbeit

Vier Jahre nachdem das Volk einen Ausbau der Schulsozialarbeit deutlich abgelehnt hat, bringt der Stadtrat das Thema wieder aufs politische Parkett. Unverständlich und vor allem zu früh, findet SVP-Stadtparlamentarier Pascal Stieger.
Gianni Amstutz
Schulsozialarbeiter kommen dann zum Einsatz, wenn Schüler, Eltern oder Lehrer Probleme haben. Bestenfalls schreiten sie bereits präventiv ein, bevor die Krisen akut werden. (Symbolbild: Fotolia)

Schulsozialarbeiter kommen dann zum Einsatz, wenn Schüler, Eltern oder Lehrer Probleme haben. Bestenfalls schreiten sie bereits präventiv ein, bevor die Krisen akut werden. (Symbolbild: Fotolia)

Der Stadtrat plant ab dem nächsten Jahr mit Mehrausgaben von 100000 Franken für die Schulsozialarbeit. Ab 2020 kommen weitere 100000 Franken dazu. Angesichts der steigenden Schülerzahlen scheint dieser Ausbau nachvollziehbar. Doch das Geschäft beinhaltet einiges an Zündstoff. Im November 2014 lehnte die Wiler Bevölkerung einen Ausbau der Schulsozialarbeit an einer Referendumsabstimmung mit rund 58 Prozent der Stimmen ab. Damals ging es um einen Ausbau um 250 Stellenprozent, was jährliche Kosten von 345000 Franken mit sich gebracht hätte.

Ablehnung beruhte auch auf strukturellem Defizit

Die Argumente der Befürworter konnten damals nicht überzeugen. Sie führten an, dass Schulsozialarbeiter nicht nur in akuten Krisen intervenieren sollten, sondern vor allem wichtige Präventionsarbeit zu leisten hätten. Dafür würden zusätzliche Kapazitäten benötigt. Die Gegner, ein überparteiliches Komitee aus Vertretern von SVP, FDP und GLP sprachen hingegen von einem unverhältnismässigen Ausbau. Dies vor allem angesichts des strukturellen Defizits von rund 2,5 Millionen, mit dem sich der städtische Finanzhaushalt damals konfrontiert sah.

Auch diesmal dürfte das Geschäft auf Widerstand stossen. Pascal Stieger zeigte sich im Namen der SVP Fraktion schon an der vergangenen Sitzung des Stadtparlaments verwundert über die geplanten Mehrausgaben für die Schulsozialarbeit. «Es ist für mich unverständlich, wie das Geschäft nur vier Jahre nach der Absage durch das Volk nun bereits wieder auftaucht», sagt er. «Wenn der Stadtrat dies nach zehn Jahren wieder machen würde, hätte ich ein gewisses Verständnis, aber der Zeitpunkt scheint mir doch etwas verfrüht.» Schliesslich sei die Abstimmung relativ deutlich ausgefallen und die Bevölkerung habe damit ein klares Bekenntnis gegen einen Ausbau der Schulsozialarbeit abgegeben.

Vorerst müsse man nun Bericht und Antrag zum Geschäft abwarten, sagt Pascal Stieger. Dann werde die Fraktion dieses genau prüfen. Bereits jetzt lasse sich aus seiner Sicht aber sagen, dass ein Ausbau der Schulsozialarbeit kostenneutral sein müsste. Wenn der Stadtrat also mehr Geld in die Schulsozialarbeit investieren wolle, müsste im Schulbereich sonst irgendwo gespart werden. Der nötige Handlungsspielraum sieht Stieger in der Schule als gegeben.

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