Der Wetterfrosch lässt Bier regnen

WIL. Das hätte sich der Wiler Botschafter des Jahres und Meteorologe Jürg Zogg sicherlich anders vorgestellt. Denn sein Bieranstich an der Hofchilbi ging mehr oder weniger in die Hose; die Gründe dafür waren weitreichend.

Christoph Heer
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Meteorologe und Wiler Botschafter des Jahres 2015, Jürg Zogg, hatte Probleme beim Bieranstich. Später floss das durstlöschende Gut jedoch problemlos und in rauhen Mengen. (Bild: Christoph Heer)

Meteorologe und Wiler Botschafter des Jahres 2015, Jürg Zogg, hatte Probleme beim Bieranstich. Später floss das durstlöschende Gut jedoch problemlos und in rauhen Mengen. (Bild: Christoph Heer)

«Keine Sorge, es hat ja genug Bier für alle», «Bierfass leer – Besucher noch lange nicht voll» oder «Mit diesem Spielzeughammer kann es ja nur so kommen». Die Kommentare zum Bieranstich von Jürg Zogg waren vielfältig, nachdem die meisten, die um das erste Fass herumstanden, nass gespritzt worden sind. Auch schadenfreudiges Lachen war zu hören, doch ob es diese besser gemacht hätten? Fakt ist, dass Jürg Zogg seinen allerersten Bieranstich eigentlich gut erfüllt hat. «Dass ich nicht zu wenig geschlagen habe, sieht man ja daran, dass sogar der Holzhammer in Mitleidenschaft gezogen wurde und ein gar grösserer Splitter weggebrochen ist», sagte der Meteorologe.

Einfahrt mit 6 PS

Froh war man indes ob der Begebenheit, dass der in Wil aufgewachsene Wettermann gutes – sprich trockenes – Wetter mitgebracht hat. «Ich denke, man kann zufrieden sein mit dem Wetter, und die einzigen Tropfen, die fielen, waren diejenigen des Bieranstichs», sagte Jürg Zogg. Für einmal fuhr der prominente Bieranzapfer nicht auf einem Pferdegespann auf den Hofplatz ein, sondern auf einem Oldtimer-Brauerei-Lastwagen mit ganzen sechs Pferdestärken. Zusammen mit Burgfräulein Karin Hauser thronte Zogg auf dem Wagen und winkte vergnügt den Massen zu. OK-Präsident Rico Kreis zog ein positives erstes Fazit. «Von Anfang an viele Besucher, 160 Personen, die in irgendeiner Form mithelfen, und die Mürztaler als Stimmungsmacher, was will man mehr.»

In hohem Bogen

Wie immer, wenn das erste Fass Bier angezapft wird, herrscht ein regelrechtes Gedränge vor dem Fass, schliesslich will man seinen zuvor gekauften Bierhumpen schnellstmöglich mit dem kostenlosen Hopfengold füllen. Nach den ersten Schlägen Zoggs weitete sich jedoch das Rund schnell nach hinten, denn den Bierfontänen, welche unten und oben aus dem Fass stachen, wollte keiner zu nahe kommen; nur die Hartgesottenen, wie etwa die Journalisten mit ihren Kameras, blieben an vorderster Front stehen.

Die Hofchilbi kann aber erneut als erfolgreich in die Geschichte gehen. Das bestätigten unter anderem Maria Nowak (Wil) und Karin Unterkofler (Kärnten). «Wir sind zum ersten Mal zu Besuch an diesem Fest, und jetzt, wo wir wissen, wie toll das hier abgeht, werden wir bestimmt wieder kommen.»