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Der Weg vom Dunkel ins Licht

Der evangelische Frauentreff hatte am Montagabend Hedi und Koni Menet zu Gast. Sie sprachen im Zwinglisaal über österliche Gedanken. Dabei umrahmten sie diese Gedanken mit Hackbrett und Cello musikalisch.
Carola Nadler
Koni und Hedi Menet sprachen und spielten im Zwinglisaal. (Bild: can.)

Koni und Hedi Menet sprachen und spielten im Zwinglisaal. (Bild: can.)

Flawil. «Ostergedanken in der Karwoche?» Mit dieser Frage begann Pfarrer Koni Menet aus Mogelsberg seinen thematischen Einstieg. Doch ohne Karwoche keine Ostern, das althochdeutsche «Kar» bedeutet Leiden, Trauer, Klage. Von daher passe es durchaus, sich bereits in der Karwoche Gedanken zu Ostern zu machen, zum Weg vom Dunkel ins Licht, vom Leiden zur Freude.

Als Einführung spielten Pfarrer Menet und seine Frau Hedi auf Hackbrett und Cello eine alte Appenzeller Polka, die genau diese Stimmung wiedergab: Verhalten in Moll beginnend, entwickelte sich ein ausgelassener, fröhlicher Tanz.

Kein Zugang

«Ostern hat unsere Kirche entstehen lassen, es ist theologisch und kirchengeschichtlich das bedeutendste Fest», so Pfarrer Menet weiter in seinen Ausführungen. Ohne Ostern wäre der Glaube auf Golgatha stehen geblieben, im Tod stecken geblieben. Dennoch ist Ostern ein eher unpopuläres Fest, wenn man einmal vom Osterhasen und dem Eiersuchen absieht, was aber vermutlich heidnische Wurzeln und nichts mit dem eigentlichen Ostergeschehen zu tun hat.

«Sache des Vertrauens»

Für viele Menschen ist der Zugang zu Ostern schwer zu erschliessen, da das Geschehen schlicht unfassbar ist, nicht mit dem menschlichen Verstand zu begreifen. «Es ist eine Sache des Vertrauens», so Menet. Viele Menschen hätten Angst, sich darauf einzulassen. Angst, hereingelegt zu werden, einem Irrtum aufzusitzen. Und schalten dann auf Abwehr. Dazu las Menet eine Geschichte vor, wie sie kürzlich als «Wort zum Sonntag» in der Appenzeller Zeitung veröffentlicht war: Neulich in der Gebärmutter. Da unterhält sich ein ungeborenes Zwillingspaar über das Leben nach der Geburt. «Vielleicht laufen wir umher und essen mit dem Mund?», phantasiert der eine. «Quatsch, zum Umherlaufen ist die Nabelschnur zu kurz, und wozu sollen wir mit dem Mund essen? Dazu ist doch die Nabelschnur da.» Oder: «Du glaubst an unsere Mutter? Ja, wo ist sie denn?» «Na hier, um uns, sie nährt uns und manchmal, wenn wir ganz still sind, hören wir sie singen oder spüren, wie sie unsere Welt streichelt.»

Glaube ist ein Wagnis ohne Versicherung, aber dadurch will Gott mit den Menschen in Kontakt treten, wie es die Mutter mit dem Ungeborenen tut. «Manchmal», so Menet, «wenn wir still sind, hören wir auch Gott singen oder unsere Welt berühren.»

Gemütlicher Ausklang

Aus einem Osterlesebuch zitierten Hedi und Koni Menet schliesslich einige meditative Gedanken, die den Beginn allen neuen Lebens beim Kreuz beleuchteten, aber auch die Rolle der Feinde unter diesem Kreuz zur Sprache brachten, zuletzt aber bei der Auferstehungsfreude endeten.

Am Ende des immer wieder von Musikbeiträgen untermalten Vortragteils stand das Appenzellische Landsgemeindelied «Alles Leben strömt aus Dir», bevor der Abend nach weiteren Volksweisen in ein gemütliches Zusammensitzen mündete.

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