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Der Vermittler

Am 4. März wählen die Hinterthurgauer Stimmberechtigten einen neuen Friedensrichter. Einziger offizieller Kandidat ist der Eschliker Agraringenieur Beat Steiner.
Olaf Kühne
Beat Steiner will Friedensrichter des Bezirks Münchwilen werden. (Bild: Olaf Kühne)

Beat Steiner will Friedensrichter des Bezirks Münchwilen werden. (Bild: Olaf Kühne)

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch

Beat Steiner kennt das Amt des Friedensrichters nicht aus eigener Erfahrung. Weder als Kläger noch als Beklagter erhielt er je eine Vorladung der ersten Instanz unseres Rechtsweges. Mit Nachbarschaftsstreitigkeiten – ein häufiges «Geschäft» eines Friedensrichters – kennt sich der Eschliker dennoch bestens aus.

Agraringenieur Beat Steiner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter von Agroscope in Tänikon. Und eines seiner Projekte dort heisst «Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen». Ein Thema mit reichlich Konfliktpotenzial – und eines, das viel Fingerspitzengefühl erfordert. «Man attestiert mir, dass ich Themen ganzheitlich anschaue», sagt Beat Steiner und strahlt dabei just jene Ruhe aus, die man von einem künftigen Friedensrichter erwartet. Grossen Respekt vor dem Amt und dessen Herausforderung hat er dennoch. «Ich bin kein Jurist», sagt er. «Falls mich die Hinterthurgauer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 4. März wählen, werde ich die entsprechende Weiterbildung so rasch wie möglich angehen. Auch eine gründliche Einführung in die neue Tätigkeit ist angekündigt.»

Amtsinhaberin geht in Pension

Im Gespräch mit unserer Zeitung wird schnell klar, dass Beat Steiner seine Kandidatur nicht auf die leichte Schulter nimmt. Die Unterlagen, welche der Schweizerische Verband der Friedensrichter und Vermittler auf seiner Website bereitstellt, liegen ausgedruckt vor ihm – Stellenprofil, Weiterbildungen und weiteres. Dabei ist seine Kandidatur eher einem Zufall geschuldet. «Im Bezirk Weinfelden gab es vergangenes Jahr eine Vakanz», erzählt der 56-Jährige. «Ich wurde von einem Parteienvertreter angefragt, ob ich Interesse habe. Dabei war ich gar nicht wählbar, weil ich nicht im Bezirk wohne.» Seine Neugierde war dennoch geweckt. «Ich erkundigte mich über das Amt bei der Friedensrichterin des Bezirks Münchwilen, Verena-Baffj Johannsen. Dabei sagte sie mir, dass sie im Herbst in Pension gehen werde.» Aus der Neugierde wurde ernsthaftes Interesse. Steiner reichte seine Kandidatur ein und steht nun am 4. März als einziger offizieller Kandidat auf der Wahlliste – in seinem Bezirk. Denn Beat Steiner ist ein waschechter Hinterthurgauer. Aufgewachsen ist er in Tuttwil in der Gemeinde Wängi. Nach seiner Ausbildung zum Landwirt bildete er sich im bernischen Zollikofen an der Fachhochschule zum Agraringenieur weiter. Darauf folgten elf Jahre Beratungstätigkeit. Schliesslich bewirtschaftete er mit seiner Familie – die beiden Söhne sind heute erwachsen – in Krillberg einen Pachtbetrieb. In jener Zeit begann seine heutige Tätigkeit bei Agroscope. Seit 13 Jahren leben die Steiners nun in Eschlikon, wo Beat Steiner Präsident der Jugendkommission ist. Zudem engagiert er sich unter anderem im Bezirksvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Hälfte der Fälle in erster Instanz erledigt

Seinen vielfältigen Werdegang bezeichnet Beat Steiner denn auch als «Rüstzeug» für seine Kandidatur als Friedensrichter. «Es ist ein Amt, das eine grosse Lebenserfahrung voraussetzt», ist er überzeugt. «Insbesondere meine Arbeit für die Jugendkommission gibt mir Einblick in die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Themen.»

Aus seinen Gesprächen mit der jetzigen Amtsinhaberin weiss Beat Steiner um die Rolle eines Friedensrichters. «Er kann rund die Hälfte der Fälle erledigen, ohne dass eine weitere Instanz bemüht werden muss», sagt er. «Als konsensorientierter Mensch sehe ich deshalb meine Aufgabe darin, mögliche Konsequenzen eines Rechtsweges aufzuzeigen und schliesslich einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten – im Falle meiner Wahl natürlich.»

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