Der Untergebene entscheidet über seinen Chef

«Es brennt bei der Feuerwehr», Ausgabe vom 29. September

Anton Kassel, Bronschhofen
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Als ehemaliger Chef der Polizeistation Wil (1986 bis 2011) gehörte ich von 1989 bis 2010 dem zivilen Führungsstab an, der vom jeweiligen Geschäftsleiter des Sicherheitsverbunds Region Wil (SVRW) geleitet wurde. Ich hatte somit regelmässig Kontakt zum Geschäftsleiter und beruflich auch direkt zur Feuerwehr. Ich erinnere mich gerne daran. Ich habe dabei Andreas Dobler als Person und auch seine Arbeit sehr schätzen gelernt. Ebenfalls stand und steht heute noch die Feuerwehr Wil bei mir hoch im Kurs. Ich bewunderte oft ihre Professionalität und die kollegiale Verbundenheit innerhalb dieser Organisation.

Was aber heute abläuft, enttäuscht mich sehr. Vor 14 Jahren war man froh, in der Person von Andreas Dobler einen neuen Geschäftsleiter SVRW gefunden zu haben. Aus meiner Sicht setzte er sich tatkräftig für das Wohl der angeschlossenen Gemeinden, sprich Bürger, ein. Erfreut habe ich zur Kenntnis genommen, dass sich endlich ein Offizier (Markus Schöni) pro Andreas Dobler geäussert hat. Vielleicht äussern sich jetzt weitere Involvierte. Viele Bürger wünschen, dass die Sache und auch das Verhalten des Verwaltungsrates offen dargelegt werden. Die bisherigen Berichte lassen die Vermutung aufkommen, dass hier einiges schief gelaufen ist. Nicht zuletzt muss sich der Verwaltungsrat Fragen gefallen lassen. Zum Beispiel: Stimmt die Vermutung von Markus Schöni, der Verwaltungsrat habe mit dem Hinweis, die Reorganisation werde seit Herbst 2016 geplant, wissentlich falsch informiert? Weshalb brauchte der Verwaltungsrat 14 Jahre, um zur Feststellung zu gelangen, Andreas Dobler sei nicht der richtige Mann für diese Stelle?

Ich denke, dass sich der Verwaltungsrat mit der Amtsenthebung und der Freistellung von Andreas Dobler mehr Probleme geschaffen als gelöst hat. Für Unverständnis hat er zudem gesorgt, als bekannt wurde, dass er Vize-Kdt Erwin Schweizer mit der Leitung der Arbeitsgruppe beauftragt hat, die schliesslich die Weiterführung ohne Andreas Dobler empfohlen hat. Wo gibt es denn sowas? Der Untergebene entscheidet über seinen Chef.

Da hätte sich bestimmt eine aussenstehende Person finden lassen. In der Bevölkerung breitet sich Unmut aus. Da sei auch die Frage erlaubt, weshalb das Parlament nicht aktiv wird. Diese Personen wurden doch als Vertreter der Bürger gewählt. Ich hoffe sehr, dass der Imageschaden bei der Feuerwehr in Grenzen gehalten werden kann. Dazu beitragen können alle AdF, insbesondere die Offiziere.

Anton Kassel, Bronschhofen