Der Torgarant kehrt zurück

Nach fast schon unzähligen Jahren in der 2. Liga inter stieg der FC Bazenheid im Juni ab. Obwohl sich die Toggenburger im Cup schwer taten, blickt Präsident Markus Böni optimistisch in die neue Saison und freut sich auf die vielen Derbies.

Simon Dudle
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FUSSBALL. Von den vergangenen 13 Jahren spielte der FC Bazenheid deren 12 in der 2. Liga inter. In dieser Liga war er eine Institution. Nun musste aber der Abstieg in Kauf genommen werden. Die Ursachenforschung hatte eine einfache Erkenntnis zur Folge: «Wir haben zu viele Tore kassiert und zu wenige geschossen», sagt Markus Böni, der langjährige Präsident des Vereins aus dem unteren Toggenburg.

Der Abgang des treffsicheren Stürmers Jetmir Maksuti im vergangenen Sommer wog zu schwer. Just jener Spieler ist nun aber zurück auf dem Ifang – und erzielte am vergangenen Samstag bereits den entscheidenden Treffer beim 2:1-Cuperfolg in Bütschwil. «Maksuti war in der vergangenen Saison beim FC Gossau, wollte sich eine künstlerische Pause gönnen und ist nun wieder bei uns», erklärt Böni.

Neuer Torhüter

Es ist nicht die einzige Veränderung, welche der Sommer mit sich gebracht hat. Bei den Abgängen ist jener von Goalie Michael Mäder zum FC Frauenfeld der wohl wichtigste. Sein Nachfolger ist Roman Kellenberger, der in der vergangenen Saison beim FC Kirchberg zwischen den Pfosten gestanden ist. Auf Andrin Holenstein, zuletzt beim FC Henau, ruhen neben Maksuti die Hoffnungen im Offensivspiel.

Vier Anwärter für Aufstieg

Der FC Bazenheid verfügt über ein verhältnismässig breites Kader, dem rund 20 Spieler angehören. Trainer Urs Bischofberger, der seinen Vertrag unlängst um ein Jahr bis Sommer 2013 verlängert hat, fühlt sich im Stande, mit dieser Anzahl Spieler die Trainings abzuhalten. Präsident Böni ist überzeugt, dass mit den getätigten Transfers die Qualität in der Mannschaft «mindestens gehalten» werden konnte.

Als Absteiger wartet man gespannt darauf, ob den Toggenburgern der direkte Wiederaufstieg gelingt. Angesprochen auf die Zielsetzungen, sagt der Club-Präsident: «Wir wollen um den Gruppensieg mitspielen und uns unter den ersten vier Teams der Liga klassieren. Ich bin überzeugt, dass dies mit dieser Mannschaft möglich ist.» Aus der Sicht von Böni gehören neben Bazenheid auch Uzwil, Wil und Amriswil zu den ersten Anwärtern für den Aufstieg in die 2. Liga inter.

Start ist doppelt wichtig

Angst, dass der FC Bazenheid – wie es im Fussball mit Absteigern schon oft geschehen ist – durchgereicht wird und ein weiteres Mal absteigt, hat Markus Böni keine. Er geht auch nicht davon aus, dass die Akteure mit der Motivation Schwierigkeiten haben könnten. «Die Spieler sind hungrig. Zudem gibt es für sie keinen Grund, den Kopf zu hoch zu halten.» Auch Böni ist aber klar, dass es im Fussball schnell gehen kann und man selbst als Absteiger nach ein paar Niederlagen in eine Negativspirale gerät, aus der ein Entkommen schwierig ist. Darum ist für Bazenheid der Saisonstart in der neuen Liga doppelt wichtig.

Auch wenn ein Abstieg nie etwas Erfreuliches ist, so hat er für die Bazenheider auch positive Begleiterscheinungen. Die wohl wichtigste ist, dass nun weniger weite Reisen auf dem Programm stehen – dafür zahlreiche der reizvollen Derbies, die auf ein ansehnliches Zuschauerinteresse stossen werden.

Nun auf dem langen Weg

Die Vorbereitung beinhaltete für den Absteiger schon zwei Ernstkämpfe. Zuerst wäre es im Cupspiel bei Töss darum gegangen, sich auf verhältnismässig kurzem Weg für den Schweizer Cup der laufenden Saison zu qualifizieren. Nach der 2:3-Niederlage musste dieses Vorhaben aber begraben werden. Zwei Wochen später folgte das nächstes Cupspiel in Bütschwil. Nach dem 2:1-Sieg müssen aber noch fünf weitere Spiele gewonnen werden, um in der Hauptrunde der nächsten Saison zu stehen.