Der Topskorer – und leisere Töne

Wenige Tage vor Weihnachten übernimmt der FC Wil von Leader Lausanne-Sport mit Jocelyn Roux den besten Torschützen der Hinrunde in der Challenge League. Zum grossen Halali Richtung Aufstieg wird aber nicht geblasen.

Simon Dudle
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Im letzten Spiel der Hinrunde erzielte Jocelyn Roux für Lausanne im Spiel gegen Wil mittels Penalty den Führungstreffer. Ab sofort geht er für die Ostschweizer auf Torejagd. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Im letzten Spiel der Hinrunde erzielte Jocelyn Roux für Lausanne im Spiel gegen Wil mittels Penalty den Führungstreffer. Ab sofort geht er für die Ostschweizer auf Torejagd. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

WIL. Es ist ein Transfer mit Aussagekraft. Jocelyn Roux spielt ab sofort nicht mehr für Leader Lausanne-Sport, sondern für dessen ersten und wohl einzigen Verfolger Wil. Mit 13 Toren in 17 Hinrundenspielen war der 29-Jährige bester Torschütze der ersten Saisonhälfte in der Challenge League. Nach sechs Jahren in Serie bei Clubs am Genfersee – der Reihe nach Stade Nyonnais, Lausanne-Sport, Servette und zuletzt nochmals Lausanne-Sport – wechselt Roux zum zweiten Mal in seiner Karriere in die Deutschschweiz. Im Jahr 2009 hatte er ein halbes Jahr für den damaligen Challenge-League-Verein Thun gespielt. Erfahrungen in der höchsten Spielklasse sammelte Roux während dreier Saisons bei Bellinzona und Lausanne, wo er alles in allem zwölf Treffer erzielte. Allein in der ersten Hälfte der laufenden Saison war es somit schon ein Tor mehr – was die starke Form des Stürmers unter Beweis stellt. Roux' Vertrag in Wil läuft bis im Sommer 2017.

Campus wichtiger als Aufstieg

Der Transfer ist darum brisant, weil sich die Ostschweizer damit verstärken und gleichzeitig einen direkten Konkurrenten schwächen. Auch dank seinen zwei Toren in den beiden Hinrunden-Spielen gegen Wil hatte Roux dafür gesorgt, dass Lausanne als Leader überwintert. Beim spektakulären 3:3 im September im Bergholz erzielte er fünf Minuten vor Schluss den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich der Waadtländer. 20 Minuten vor Spielende hatte der FC Wil noch mit 3:0 geführt. Anfang Dezember lenkte Roux jenes Spiel in die entscheidende Bahn, in welchem es um den Wintermeistertitel ging. Bereits in der Startphase verwertete er einen Penalty sicher zum frühen 1:0 für die Lausanner, die schliesslich mit 3:0 gegen Wil siegten und nun sechs Punkte Vorsprung aufweisen.

Der Transfer hat zur Folge, dass der FC Wil trotz Rückstand im Frühjahr die Favoritenrolle innehaben wird. Aus dem Verein kommen allerdings plötzlich leisere Töne. Noch im vergangenen Sommer war vollmundig vom Aufstieg in die Super League und gar dem Europacup gesprochen worden. «Natürlich werden wir den Kampf annehmen. Unser Ziel ist aber in erster Linie, in der Challenge League zu bestehen. Wenn es dieses Jahr nicht klappt, werden wir in der nächsten Saison wieder angreifen. Es handelt sich um ein langfristiges Projekt», sagt FC-Wil-Verwaltungsrat Abdullah Cila, der für das operative Geschäft zuständig ist. Aus seiner Sicht sind die Jugendarbeit, die Erstellung eines Campus auf städtischem Gebiet und der Ausbau der IGP Arena «viel wichtigere Projekte» als der Aufstieg in die Super League.

Ein neuer Goalie

Neben Roux vermelden die Wiler auch den Zuzug des 21jährigen Goalies Jim Freid. Er wechselt vom FC St. Gallen und somit aus dem Fundus des Projektes Future Champs Ostschweiz zu den Wilern. ? SPORT 12

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