Der Thurdamm bricht weg: Notsanierung des Uferabschnitts bei Henau nötig 

Das Thurufer unterhalb der Henauer Rüti rutscht. Grund dafür sind verrostete Steinkorbverbauungen. Diese werden nun provisorisch verfestigt. In einigen Jahren soll der gesamte Abschnitt saniert werden.

Andrea Häusler
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Der Thurweg ab der alten Staatsstrasse ab Henau ist weiterhin begeh- und befahrbar. Die abgerutschten Stellen sind gesichert. (Bilder: Andrea Häusler)

Der Thurweg ab der alten Staatsstrasse ab Henau ist weiterhin begeh- und befahrbar. Die abgerutschten Stellen sind gesichert. (Bilder: Andrea Häusler)

Am Anfang war das tief klaffende Loch. Ein Krater, den die Natur in den Thurweg bei Henau gerissen hatte und der zeitweise von einer alten Tür gesichert war. Ein skurriles Bild, dass sich den Spaziergängern damals, im Sommer des vergangenen Jahres, geboten hatte. Der Schaden wurde notdürftig behoben. Das Problem mit dem Unterbau des Thurdamms, an den der Rad- und Fussweg grenzt, blieb indes bestehen. Es ist kein punktuelles, sondern zieht sich hier über mehrere hundert Meter der Thurböschung entlang. Wobei der Handlungsbedarf je nach Uferabschnitt akuter oder weniger dringlich ist, wie Lukas Spalt, Projektleiter im kantonalen Amt für Wasser und Energie, sagt. Sofortmassnahmen waren nun rund 200 Meter unterhalb der Einmündung des Henauerbachs nötig. Dort hat der Kanton den Weg im Hinblick auf die geplante «Notsanierung» abgesperrt. Die bevorstehende Schadensbehebung soll die Sicherheit, aber auch die Funktionstüchtigkeit des Thurlaufs vorübergehend sicherstellen.

Verrostetes Geflecht und mechanischer Verschliess

Die Böschung zwischen dem Flussbett und dem eingekiesten Geh- und Radweg entlang der Thur ist mit unterschiedlich engmaschigen Steinkörben unterbaut. Eine dazumal verbreitete, heute hingegen kaum mehr übliche Art der Ufersicherung, wie Lukas Spalt sagt. Im Rahmen der Sanierung würden die erodierten und teilweise ausgewaschenen Steinkörbe mit Blocksteinen verfestigt. Die Bauzeit dafür betrage rund eine Woche, die Bausumme einige zehntausend Franken.

Bei den aktuellen Sanierungsarbeiten handelt es sich um eine temporäre Lösung. Geplant ist darüber hinaus eine Gesamtsanierung des Uferabschnitts ab dem Einmünder des Henauerbachs bis rund 400 Meter in östliche Richtung.

Hohe ökologische Ansprüche

Die Projektierung sei aufgegleist, jedoch nicht abgeschlossen, sagt Spalt und ergänzt, dass dies auch nicht so rasch der Fall sein werde. «Die Planungsarbeiten im betreffenden Perimeter sind anspruchsvoll», erklärt er. Nicht zuletzt deshalb, weil es sich um ein Auengebiet von nationaler Bedeutung handle. Einerseits seien die Bodenverhältnisse nicht einfach und anderseits würden hohe ökologische Ansprüche gestellt. Sprich:

«Es darf nicht einfach ein Steinsatz verbaut werden, ohne in irgendeiner Form einen ökologischen Ausgleich zu schaffen.»
An einer exponierten Stelle hängt der Weg buchstäblich in der Luft.

An einer exponierten Stelle hängt der Weg buchstäblich in der Luft.

Gesamtsanierung in vier bis fünf Jahren

Lukas Spalt geht davon aus, dass die Gesamtsanierung, die in Etappen ausgeführt wird, in den nächsten vier bis fünf Jahren zur Ausführung gelangt. Die Natursteinblöcke, die nun im Provisorium verbaut werden, fänden dannzumal wieder Verwendung.

Das Thurufer in Henau ist nicht der einzige Ort, wo Steinkörbe die Ufer sichern. Spalt sind jedoch keine Fälle bekannt, wo aktuell oder in jüngerer Vergangenheit vergleichbare Probleme aufgetreten sind.