Heisser Juni rettet eine durchzogene Badesaison

Die Badis haben eine durchschnittliche Saison hinter sich. Zahlen wie im Spitzenjahr 2018 erreichten sie nicht.

Tobias Söldi
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Am Wochenende lädt das Freibad Bergholz in Wil zum «Stöpselziehen», dem Saisonendefest. (Bild: Hans Suter)

Am Wochenende lädt das Freibad Bergholz in Wil zum «Stöpselziehen», dem Saisonendefest. (Bild: Hans Suter)

Die Temperaturen sinken, die Blätter verfärben sich – und was einst als einzige Möglichkeit erschien, der sommerlichen Hitze zu entkommen, jagt einem jetzt – wortwörtlich – kalte Schauer über den Rücken: der Sprung ins kühle Nass. Die Badesaison neigt sich ihrem Ende zu. Die meisten Freibäder der Region haben bereits geschlossen – Uzwil, Oberuzwil, Flawil, Degersheim. Unerschrockenen bleibt das kühle Nass im Freibad Bergholz in Wil und im Parkbad an der Murg in Münchwilen. Beide haben noch bis am Wochenende geöffnet.

Zeit also für einen Rückblick. Wie ist man mit der Saison zufrieden? Marcel Huber, Bereichsleiter Infrastruktur in Uzwil, spricht von einem durchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Jahr. Insgesamt besuchten etwa 60'000 Badefreudige das Schwimmbad in Uzwil. Besonders der Monat Juni mit seinen Hitzetagen war «wirklich sehr gut» besucht, wie Huber sagt. Eine Spitzensaison wie im Jahr 2018 mit etwa 85'000 Eintritten erreicht man aber trotzdem nicht.

Nicht schlecht, aber auch nicht spitzenmässig

Etwas Überdurchschnittliches hat die Badi Uzwil dennoch zu vermelden: An einem Juni-Sonntag verzeichnete man gegen 4'000 Besucherinnen und Besucher – ein Rekord, nicht nur in diesem Jahr, sondern überhaupt. «Das waren dann aber zu viele Leute», erinnert sich Marcel Huber. «Es war alles belegt.» Zum Vergleich: Bereits mit etwa 2'500 Badegästen ist das Freibad gut gefüllt.

In Wil klingt es ähnlich. Marcel Schneller, Geschäftsführer der Wiler Sportanlagen AG, sagt:

«Wir hatten von den Besucherfrequenzen her eine gute Saison, aber keine Spitzensaison.»

Man startete stark im Juni. «Das Wetter hat gepasst: Es war heiss und trocken.» Die letzten beiden Juniwochen und die erste Juliwoche zählen zu den wichtigsten Bademonaten, haben dann die Sommerferien doch noch nicht begonnen. Der Juli hingegen sei dann durchschnittlich, der August gar unterdurchschnittlich gewesen. «Der sehr starke Juni hat den Rest herausgeholt», sagt Schneller.

Zahlen gibt es aus Wil allerdings noch keine, läuft die Saison doch noch bis Ende Woche. So gut wie vergangenes Jahr wird die Bilanz aber auch in Wil nicht ausfallen, das kann Schneller bereits sagen.

«2018 war eine sehr starke Saison. Besser geht es fast nicht.»

Kürzere Saison zahlt sich in Uzwil aus

Das Parkbad an der Murg in Münchwilen springt nicht aus der Reihe: Insgesamt verzeichnet das Freibad in der vergangenen Saison eher unterdurchschnittliche Zahlen unter der 44'000-Besucher-Marke, wie Genossenschaftspräsident Bruno Frei sagt. Und auch hier war der Juni der stärkste Monat.

Für Frei ist trotzdem eine spezielle Saison, hat er doch Anfang Mai die Leitung des Bads von seinem Vorgänger Ernst Bosshard übernommen. «Es war total spannend. Ich fühle mich auf jeden Fall wohl in dieser Funktion», sagt er. Er ist aber nicht der einzige Neue im Parkbad: Mit Manuela Müller hat der Kiosk seit dieser Saison eine neue Pächterin. «Mit dieser Neubesetzung sind wir gut gestartet», zieht Frei sein Fazit.

Fast alles neu in der Badi Münchwilen

Ernst Bosshard hat den Schlüssel zum Parkbad an der Murg seinem Nachfolger übergeben. Unter der Leitung von Bruno Frei wird sich bald einiges verändern, sofern die Stimmberechtigten Ja sagen.
Christoph Heer

Während Münchwilen und Wil noch zum Baden einladen, hat das Schwimmbad Uzwil seine Tore längst geschlossen. Dort dauert die Saison lediglich von Mitte Mai bis 31. August. «Die Erfahrung gibt uns recht», sagt Badmeister Huber.

«Hätten wir früher geöffnet, wäre es zu kalt gewesen und es wäre nichts gelaufen. Und im August haben die Leute irgendwann genug vom Baden.»

Die kürzere Saison hat aber auch personelle Gründe: In Uzwil muss im Herbst die Eishalle vorbereitet werden, was ebenfalls die Badmeister übernehmen. «Wir können nicht beides gleichzeitig betreiben.»