Der Sommer des Wartens

REGION. Mit der Schneeschmelze kündigt sich der Frühling an und mithin die Baustellen in der Region. Strassen werden von Baumaschinen belagert, mit Materialien bedeckt.

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REGION. Mit der Schneeschmelze kündigt sich der Frühling an und mithin die Baustellen in der Region. Strassen werden von Baumaschinen belagert, mit Materialien bedeckt. Neben all diesen Maschinen, Materialen und arbeitenden Menschen steht trotzig die Ampel, die allen deutlich zeigt, wer hier das Sagen hat. Sie bestimmt, wer wann fahren darf, damit Ordnung unter den Fahrzeuglenkern herrscht. Sie entscheidet auch, wer wie lange zu warten hat. Und, gewartet wurde diesen Frühling und Sommer oft, sehr oft sogar. Bei den Baustellen beim Grünhof-Kreisel in Zuzwil, wo zugleich nebenan die Henauerstrasse saniert und die Kanalbrücke beim Gillhof ersetzt wurde, beim Kreisel Langensteig in Wil und beim Kreisel Thurbrücke in Schwarzenbach. Die manchmal fast kilometerlangen Blechschlangen bewegten sich nur gering. Die Ampeln blieben stur. Nach einem nur kurzen Grün drängte sich schon wieder das Rot ins Rampenlicht – und blieb. Und die Blechschlangen ebenfalls.

Mit Wartezeiten gerechnet

Die Fahrzeuglenker waren geduldig, schienen eingesehen zu haben, dass rund um Wil drei Kreisel gebaut werden müssen – oder hatten schlichtweg resigniert. Immerhin, bis zu François Cowell, stellvertretender Leiter Strassenbau der Abteilung Strassen- und Kunstbauten des Kantons, der für den Bau des Grünhof-Kreisels in Zuzwil zuständig ist, gelangte keine Reklamation. Er weiss allerdings, dass bei der Zuzwiler Gemeindeverwaltung hin und wieder eine Beschwerde eingegangen war. Davon hätte Bruno Schönenberger, Leiter Betrieb Postauto Ostschweiz, nur träumen können. «Wir hatten viele Reklamationen, vom Fahrpersonal wie auch von den Kunden», erklärt er. Wen wundert's? Die Postauto Ostschweiz betreibt die Linie von Uzwil nach Wil und von dort nach Niederhelfenschwil. Das Postauto hatte mehrere Monate drei «Kreisel»-Baustellen zu passieren und deshalb Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Doch Schönenberger war auf diese Situation vorbereitet: «Wir haben damit gerechnet und die Verantwortlichen vom Kanton davor gewarnt.» Doch zeigt er auch Verständnis, da den Bauverantwortlichen nur ein kurzes Zeitfenster das Jahr hindurch bleibe, um solche Projekte zu realisieren.

Vorteile sind spürbar

Der Herbst ist eingezogen. Nur noch eine der drei Baustellen ist eine Baustelle – jene in Wil. Der Kreisel in Schwarzenbach wurde im Juli geöffnet, der Grünhof-Kreisel in Zuzwil Ende Oktober. Die Vorteile, vor allem in Zuzwil, sind sofort spür- und sichtbar. Die Fahrzeuge von der Henauerstrasse können schnell in die St. Gallerstrasse abbiegen, auch wenn diese stark befahren ist. Zudem sorgt die neue Linienführung der Henauerstrasse da und dort für Verwunderung, geht es neu doch zwischen dem Pflanzencenter der Stadelmann Baumschule und der Landi durch. Der Bau des Grünhof-Kreisels sei terminlich wie auch technisch ohne besondere Vorkommnisse realisiert worden, erklärt Cowell. Allerdings wird dieser Kreisel im kommenden Frühling nochmals zur Baustelle werden. Dann, wenn der Feinbelag eingebaut werden muss.

Ohne Probleme verlief ebenfalls die Erneuerung der Kanalbrücke beim Gillhof (Gemeinde Uzwil). Gemäss Jean Luis Nardone, Projektleiter Kunstbauten der Abteilung Strassen- und Kunstbauten des Kantons, war einzig der Einbau der Betonplatten vor Ort aussergewöhnlich. Von morgens halb sechs Uhr bis abends um sieben Uhr wurden damals 1200 Tonnen Beton zu Platten gegossen, was eine gute Koordination gefordert habe.

Die Kreisel sind bald alle realisiert, der Verkehr fliesst wieder und der Winter kommt – und mit ihm Verkehrsbehinderungen der natürlichen Art. Zita Meienhofer