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Der Schutzraum kann raus

Der Luftschutzkeller der Confiserie Dober wird derzeit rückgebaut. Viele Jahre haben die Inhaber der Liegenschaft darauf gewartet und können nun ihre Küche ausbauen. Die Bestimmungen für Schutzräume haben sich geändert.
Bernard Marks

Flawil. Schweres Werkzeug kommt derzeit im Schutzraum des Cafés Dober zum Einsatz. Grosse Bohrer und riesige Schneidemaschinen, mit denen man durch härtesten Beton sägen kann, liegen herum. Zwei Mitarbeiter einer Baufirma sind damit beschäftigt, Löcher in die Wand zu bohren. «Wir werden hier noch ziemlich lange beschäftigt sein», sagt einer von beiden. Der Grund für die etwas unüblichen Arbeit ist der Rückbau des ehemaligen Schutzraums im Keller des Cafés Dober.

«Endlich können wir den Luftschutzraum wegnehmen und umbauen», freut sich der Flawiler Confiseur Armin Dober. Dies hatte er bereits seit langer Zeit im Sinn.

Lange Geschichte

Im Herbst 1998 sollte der Schutzraum das erste Mal weichen. Damals hiess es von Behördenseite, dass er den Schutzraum pro Quadratmeter des Ladens, pro Sitzplatz im Café und pro Wohnung vergrössern müsse. «Wir haben dann einfach um den Schutzraum herum gebaut», sagt Armin Dober.

Im Jahr 2005, als Dobers die Fassade der Liegenschaft erneuern und den Zaubergarten bauen wollten, hätte der Schutzraum herausgenommen werden können. «Wir sollten uns aber dann in öffentliche Räume einkaufen, also eine Ersatzabgabe leisten.» Erst im Jahr 2009 hat der Confiseur ein offizielles Gesuch für einen Rückbau bei der Bauverwaltung Flawil gestellt. «Jetzt durften wir den Schutzraum herausnehmen, weil er ersatzlos gestrichen wurde.

» Armin Dober freut sich, dass dies so gut über die Bühne gegangen ist, denn nun kann im Keller eine neue Küche entstehen. Anschliessend möchten Dobers das Café erneuern. Aber der Rückbau kostet viel Geld, denn die Arbeiter brauchen für das Herausbrechen der fast einen Meter dicken Schutzwände mehr als zwei Wochen.

Die Praxis

«Grundsätzlich gilt die Schutzraumbaupflicht für Wohnbauten weiterhin», gibt Thomas Schläpfer vom kantonalen Amt für Militär- und Zivilschutz Auskunft.

Früher musste man sogar am Arbeitsplatz einen Schutzraum haben, dies brauche es heute nicht mehr. «Für einen Umbau bestehe die Möglichkeit, den Schutzraum herauszunehmen», so Schläpfer weiter. Wenn man umbauen will, stellt man einfach einen Antrag. Dies können sowohl Betriebe als auch Privatpersonen machen. Im Juli 2009 sei der Schutzraum bei Dobers auf Wunsch des Bauherrn aufgehoben worden. Neben dem Umbau war ein weiterer Grund, dass dieser Schutzraum nicht mehr den Normen entsprach.

Dies habe den Entscheid positiv beeinflusst. Die geplante Teilrevision des Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes im Bereich Schutzbauten sieht vor, künftig auf den Bau von kleinen Schutzräumen zu verzichten. Somit entfiele die Schutzraumpflicht für neue Einfamilienhäuser. Zu wenig Schutzräume gibt es deshalb noch nicht. Der Zivilschutz hat stets den Überblick über alle Schutzräume und weist diese im Notfall den Bewohnern zu», erklärt der Leiter des Zivilschutzes, Stefan Kramer.

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