Der Schlusspunkt im Streit um gestrichene Weihnachtslieder in Wil: Parlament lehnt SVP-Vorstoss ab

Die SVP forderte eine bessere Verankerung von Weihnachtsfeiern in Wil – letztlich vergeblich.

Gianni Amstutz
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Der SVP-Vorstoss wurde abgelehnt, trotzdem dürfen weiterhin Weihnachtslieder an Wiler Schulen gesungen werden.

Der SVP-Vorstoss wurde abgelehnt, trotzdem dürfen weiterhin Weihnachtslieder an Wiler Schulen gesungen werden.

Bild: Donato Caspari

Die Nachwirkungen von der Umstellung des Liederprogramms am Mattschulhaus in der Adventszeit sind in Wil auch im Januar noch spürbar. An seiner ersten Sitzung im neuen Jahr behandelte das Parlament einer Resolution der SVP zu Weihnachtsfeiern an Wiler Schulen. In dieser forderten Ursula Egli und ihre Parteikollegen, dass künftig «sämtliche Schulleitungen Weihnachten gebührend achten und dies den Schülerinnen und Schülern durch eine entsprechend würdige Feier vermitteln».

Einig war sich das Parlament darin, dass Weihnachten weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Jahresprogramms an den Wiler Schulen sein soll. Die Meinungen gingen jedoch auseinander, ob es dafür eine Resolution braucht.

SVP und CVP unterstützen Resolution

Die SVP und der Grossteil der CVP-Fraktion befürworteten dies. Ursula Egli (SVP) sagte:

«Es kann nicht sein, dass aufgrund von Beschwerden einzelner, Traditionen verloren gehen»

Reto Gehrig (CVP) pflichtete ihr bei. Es sei wichtig, dass unsere Werte gelebt werden könnten. Ausserdem forderte er im Hinblick auf die Zukunft mehr Fingerspitzengefühl bei solchen Entscheidungen.

Schulen sollen über Gestaltung von Feiern selbst entscheiden

Demgegenüber stand die Ansicht der FDP, der SP und der Grünen Prowil. Sie stellten sich alle auf den Standpunkt, dass Weihnachten bereits gebührend an den Wiler Schulen gefeiert werde. Dies wurde von der zuständigen Stadträtin Jutta Röösli so bestätigt: Die Adventszeit werde an den Wiler Schulen seit je besonders gestaltet. Sie betonte aber auch, dass die Schuleinheiten selbständig bestimmen könnten, wie sie diese und andere Bräuche und Traditionen ausgestalteten.

Auch dieses Argument fand bei SP, FDP und Grüne Prowil gehör. Eva Noger (Grüne Prowil) sagte:

«Es ist nicht an uns, den Schulleitungen Vorgaben zu machen, wie und mit welchen Liedern sie Feiern durchführen.»

Da einige CVP-Mitglieder ihre Stimme enthielten bzw. die Resolution ablehnten, fand diese schliesslich keine Mehrheit im Parlament. Sie wurde mit 17 Ja- zu 21 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt.