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Der Redaktor mit der weltweit kleinsten Redaktion

Zum Gedenken an Christian Jud
Christian Jud zeigt auf seine Wetteruhr. (Bild: Georg Stelzner (20.10.2014))

Christian Jud zeigt auf seine Wetteruhr. (Bild: Georg Stelzner (20.10.2014))

Uzwil/HohentannenAm 22. Fe­bruar ist Christian Jud-Fink in seinem 90. Lebensjahr im Kantonsspital Münsterlingen gestorben. Christian Jud lebte seit 1963 in Bischofszell; seit einigen Jahren im «Waidli» bei Hohentannen. «chj» war vielen als schriftgewandter, volkstümlicher Zeitungsredaktor bekannt. Der folgende, leicht geänderte Beitrag von Armin Benz stammt aus dem 2010 erschienenen Buch «Menschen wie du und ich aus der Region Uzwil».

«Wäre Christian Jud ein Uzwiler, hätte ich ihn schon lange als Träger des Uzwiler Kulturpreises vorgeschlagen. Nun, er war Bischofszeller. Bis 2004, als er sich mit seiner Frau Margrit einen Traum erfüllte und droben auf dem Hummelberg, nahe der vertrauten Fabrikstrasse in Bischofszell, ein Heimetli erwarb. Dort konnte man ihm mitunter begegnen beim Mähen oder Hantieren mit der Motorsäge.

Zurück nach Uzwil: Von 1978 bis 1993 arbeitete er als Redaktor des «Volksfreund/Wiler Zeitung», eine Zeit lang in Niederuzwil an der Schöntalstrasse. Er pflegte sich selber als den Redaktor «mit der weltweit kleinsten Redaktion» zu bezeichnen. Ich erinnere mich, als ich mir im Aushang bei der alten Migros seine ersten Artikel im «Volksfreund» zu Gemüte führte.

Kein Zweifel, da war jemand am Werk, der anders schrieb: praktisch, lesernah, mit einem Schuss Humor, gelegentlich gepfeffert und manchmal ausschweifend. Christian Jud war heimatverbunden, hatte ein Herz für die Landwirtschaft und das Gewerbe. Daher ist es kein Zufall, dass er in einem Büchlein 85 Berufe aufs Trefflichste skizzierte.

Christian Juds Stärke war seine Vielseitigkeit. 1928 geboren, wuchs er in Gommiswald als Bauernbub auf. Als Vierjähriger verlor er seine Mutter. Jud lernte Huf- und Wagenschmied, arbeitete später aber in einem Kieswerk in Niederbüren. Mit 50 dann der Bruch: Journalist! Nicht nur bei der Zeitung. Er schrieb auch für die «Tierwelt» und verfasste gerne Gedichte. Auch nach seiner Pensionierung erschienen immer wieder «chj»-Artikel zu runden Geburtstagen oder Nachrufen von Persönlichkeiten.

Christian Jud kannte sich in der Region Uzwil aus wie kaum ein Zweiter. Über Gott und die Welt mit ihm zu diskutieren, machte Spass: am Telefon, beim Einkaufen oder an einer Versammlung, über die er berichtete. Dabei zeigte sich, was Ernst Dobler sen., Oberuzwil, im Vorwort zu Juds «Berufe in Stichworten von A bis Z» so formulierte: «Wie kein anderer hat es Christian verstanden, die Zusammenhänge zu sehen und aufzuzeigen.» Wollte man alle Artikel aufzählen, die Christian Jud schrieb und mit Fotos versah, so käme man auf Tausende. Von seinen zahlreichen Publikationen seien zwei erwähnt: der Gedichtband «Zwischen Sonntag und Werktag» sowie «Gedichte 1980». Zur Illustration des letzteren haben keine Geringeren beigetragen als Jack Tanner, Ernst Gämperli, Jürg Zollikofer, Otto Metzger und Alfons Liberka, was zeigt, welches grosse Beziehungsnetz Christian Jud pflegte. (red)

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