Der Paradiesvogel mag bunte Farben

Rolf Neuweiler mag es bunt, er liebt Farben geradezu. Der pensionierte Lehrer aus Büsingen ist seit 35 Jahren als Künstler tätig. Anfangs gestaltete er seine Werke ausschliesslich in der Freizeit. Über sich selbst sagt er: «Am Anfang war ich völlig unbegabt.»

Ives Bruggmann
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ZUZWIL. «Der spezielle, bunte Paradiesvogel», diesen Übernamen gaben die Schüler Rolf Neuweiler anlässlich seiner Pensionierung. Der 66-Jährige findet die Bezeichnung passend: «Ich liebe Farben, und ich mag es gerne bunt. Ich denke, das sieht man meinen Kunstwerken an», sagt er. Auch sein Ausstellungsstück im Zuzwiler Riet ist voller Farben. Für diese Arbeit stellte Rolf Neuweiler zuerst Kugeln aus Ton her. Dann brannte und glasierte er sie mit Farben. Die Kugeln sind auf einer Metallstange aufgereiht. Zuunterst sorgt eine Metallplatte für Stabilität.

Figuren von Bedeutung

Die Figuren zuoberst auf der Stange haben eine spezielle Bedeutung. «Die Engelsflügel stehen für die Vergänglichkeit. Der Mensch weiss nicht, woher er kommt und wohin er geht», erklärt der Künstler die Symbolik. «Die Möwe steht für Leichtigkeit und Beschwingtheit. Dazu kommt, dass ich am See aufgewachsen bin», sagt Neuweiler, der am Bodensee aufgewachsen ist und seit sechs Jahren im deutschen Büsingen wohnt. Auch der Fisch ist auf Neuweilers Beziehung zum Wasser bezogen: «Ich bin ein Seebub.» Speziell ist die goldene Kugel, die der Künstler mit Blattgold überzogen hat.

«Ich war völlig unbegabt»

Rolf Neuweilers Weg zum Künstler war alles andere als gewöhnlich. Ausschlaggebend war unter anderem, dass sein Vater ihn jeweils an Ausstellungen mitnahm. So entwickelter er Interesse an Kunst. Den Grundstein legte aber sein Lehrer im Lehrerseminar. «Obwohl ich nach meinem Gefühl völlig unbegabt war, bestärkte mein Lehrer mich stets weiterzumachen. Am Schluss des Seminars stand im Fach Zeichnen überraschend die Note 6», erzählt Neuweiler. Im Keramikkurs lief es ähnlich: Neuweiler war untalentiert, die Feedbacks aber durchwegs positiv. So bleibt er nun schon seit über 35 Jahren dran. Zuerst immer in der Freizeit. Seit der Pensionierung kann er sich der Kunst nun völlig hingeben. «Ich habe schon wieder Ideen im Kopf, die bald rausmüssen.»

Kunst@Natur, letzter Teil: Die Wiler Zeitung portraitierte alle Künstler, die im Zuzwiler Riet ausstellen.