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Der neue Besitzer will die «Linde» in Uzwil wieder zum Blühen bringen

Das ehemalige Restaurant Linde in Uzwil hat einen neuen Eigentümer. Der Lenggenwiler Hugo Jung hat Pläne, wie er die altehrwürdige Liegenschaft künftig nutzen will. Ihm schwebt ein Wohn- und Geschäftshaus mit Appartements und einem Café vor.
Philipp Stutz
Hugo Jung vor dem ehemaligen Restaurant Linde. Er hat bereits Vorstellungen, wie er das Gebäude künftig nutzen will. (Bilder: Philipp Stutz)

Hugo Jung vor dem ehemaligen Restaurant Linde. Er hat bereits Vorstellungen, wie er das Gebäude künftig nutzen will. (Bilder: Philipp Stutz)

Der Zahn der Zeit hat am Gebäude genagt. Die Fassade ist verwittert. Von Isolation keine Spur. Noch immer werden Vorfenster eingesetzt. Nur das Nötigste ist in der Vergangenheit repariert worden, kaum ein Nagel wurde geschlagen. Und so gilt die Liegenschaft heute als Abbruchobjekt.

Die Wirtschaft am Lindenplatz beherbergte einst die Bäckerei-Konditorei Gross. Später pachtete Hanny Dietiker das Restaurant. Bauarbeiter, Bürolisten, Mitarbeiter der nahen Industrie – alle durfte die langjährige Wirtin zu ihren Gästen zählen. In der Quartierbeiz trafen sich Anwohner, aber auch Passanten. Über Gott und die Welt wurde am Stammtisch diskutiert. Mal dezent, je nach Zusammensetzung der Runde aber auch hitzig.

Die ehemalige Backstube diente als Fumoir

Die ehemalige Backstube hatte seinerzeit gar als Fumoir gedient. Nicht zur Freude der Gemeindebehörde, die das Rauchen an diesem Ort untersagte. Doch das Gebäude befand sich in schlechtem baulichem Zustand. Küche und sanitäre Anlagen hätten dringend einer Renovation bedurft.

Im Gebäude befindet sich ein Mini-Markt, in dem Produkte aus dem Balkan angeboten werden.

Im Gebäude befindet sich ein Mini-Markt, in dem Produkte aus dem Balkan angeboten werden.

Und so entschloss sich Hanny Dietiker vor zwei Jahren schweren Herzens, das Restaurant Linde nach 33-jähriger Wirtetätigkeit zu verlassen. Sehr zum Bedauern ihrer Stammgäste. Nun hat sich ein Besitzerwechsel ergeben. Der Lenggenwiler Hugo Jung hat die Liegenschaft von der Erbengemeinschaft Carl Gross käuflich erworben. Über die Kaufsumme macht der neue Eigentümer keine genauen Angaben. Er sagt nur so viel:

«Es war ein fairer Preis.»

Erfahrungen in Gastronomie gesammelt

Im Gebäude befinden sich heute anstelle des Restaurants ein Clublokal, das vornehmlich von Leuten aus Mazedonien besucht wird, sowie ein Mini-Market. Zum Gebäude gehören ferner zwei Wohnungen und Garagen.

«Eine der Wohnungen ist renoviert worden, ebenso das Dach»

Der Rest des nicht unter Schutz stehenden Gebäudes befindet sich noch mehr oder weniger im Urzustand. Hugo Jung hat Erfahrung in der Gastronomie sammeln können. Haben doch bereits seine Eltern in Lenggenwil nebst einem Bauernhof das ehemalige Restaurant Landhaus geführt. Mit seinem Bruder Patrik baute er ein (Element)-Hotel für die Expo 2002 in Biel und zügelte es nachher an den jetzigen Standort in Flamatt. Ausserdem ist Hugo Jung Mitinhaber des Gasthauses Krone in Lenggenwil. Der 62-Jährige hat für diese Gaststätte zusammen mit Fürstenland-Haus AG ein eigenes Projekt entwickelt. Und er hat auch Vorstellungen, was aus der «Linde» werden soll. Appartements für Handwerker Ihm schwebt ein Wohn- und Geschäftshaus mit Appartements und Wohnungen vor. Im Erdgeschoss könnte ein Café angesiedelt werden, in dem Gäste dereinst ihr Frühstück einnehmen würden.

«Die Lage mitten im Zentrum Uzwils und unweit der Autobahn ist ideal für Handwerker, Monteure und Geschäftsreisende, die vorübergehend eine preisgünstige möblierte Bleibe suchen»

Solche Wohngelegenheiten seien heute gefragt. Erste provisorische Pläne hat er bereits angefertigt. Er rechnet mit einer Investition von rund 4 Millionen Franken. Der neue Eigentümer lässt sich Zeit, um die Pläne spruchreif zu machen. Ist doch das Gebäude vermietet, so dass keine Unkosten anfallen. Er hat auch Anfragen zum Wiederverkauf der Liegenschaft erhalten. Doch liegt dies nicht in seinem Interesse.

Schweizer Meister im Motocross

Hugo Jung besitzt viel Lebenserfahrung. Der gelernte Zimmermann war später im Bereich Trennwandelemente tätig. Die dortige Stelle als Projektleiter hat er 1996 aufgegeben, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Bis 2002 war er im baulichen Gebäudeunterhalt mit seiner Einzelfirma tätig. 2002 hat er die Firma Jung Bauelsa GmbH gegründet.

Seither hat er sein Fachwissen im Bereich Sonnen- und Wetterschutz ausgebaut. Der neue Besitzer der «Linde» war auch sportlich erfolgreich. Er hatte sich dem Motocross verschrieben. Wurde zusammen mit Hansi Bächtold zweimal Schweizer Meister und Vizeweltmeister in der Kategorie Seitenwagen. «Es war eine schöne Zeit», erinnert sich Hugo Jung: «Die Kameradschaft unter uns Sportlern wurde grossgeschrieben.»

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