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Der Nebel lichtet sich

Die Nebeltage haben in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr abgenommen. Für Experte Christoph Frauenfelder von der Wetterstation in Niederuzwil hat dies mit der Zunahme von Wolken in der Höhe zu tun.
Alexandra Looser

In San Francisco wird er liebevoll «Karl» genannt und hat einen eigenen Twitter-Account. In anderen Teilen der Welt ist der Nebel gar lebensnotwendig: In der chilenischen Atacama-Wüste «melken» Nebelfänger die milchige Luft, um ihr das Wasser zu entziehen, das sie zum Leben brauchen.

Hierzulande aber können die dichten Schwaden durchaus für Missmut sorgen. Wenn sie tagelang den Sonnenschein aus der Welt sperren und den Thurgauern die Sicht wie hinter Milchglas vernebeln, drückt das anhaltende Grau auf die Gemüter. Trübe Zeiten – vor allem im Oktober, wenn der Bodennebel zu seiner Hochform aufläuft. Wer dies in den letzten Jahren immer wieder bejammerte, kann sich freuen – der Nebel dünnt sich aus.

«Dass die Nebelhäufigkeit am Boden abnimmt, ist ein Trend, der sich schon längere Zeit beobachten lässt. Es gibt vor allem viel weniger Bodennebel», sagt Christoph Frauenfelder, Wetterexperte bei Meteotop in Niederuzwil. Laut einer Studie von Meteo Schweiz habe es in den Herbstmonaten September bis November von 1971 bis 1990 im Schnitt 30 Tage Bodennebel gegeben. Zwischen 1995 und 2014 sei die Zahl hingegen auf durchschnittlich 25 Tage gesunken.

Frauenfelder führt diesen Wechsel im Wetterverhalten auf eine Zunahme der Wolken in der Höhe zurück. Denn wenn im Verhältnis der Bodennebel abnimmt, nehme der Hochnebel zu. Ein einfaches physikalisches Gesetz laut Frauenfelder: Gibt es oben mehr, nimmt es unten ab. «Es ist vielerorts zu beobachten, dass der Hochnebel im Vergleich zu vor 20, 30 Jahren zunimmt. Kurorte haben nicht mehr so viel Sonne wie früher.» Hierzulande würde dies als der graue Deckel wahrgenommen, der über dem Land klebt. Bodennebel aber, der brauche klare Nächte, um sich überhaupt bilden zu können.

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