Der Natur und Technik auf der Spur

Wanderwoche des Jahrgängervereins 1936 bis 1940 Wil und Umgebung in Davos Die Wanderwoche im Herbst ist bei den Jahrgängern ein fester Bestandteil in ihrer Agenda.

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Wanderwoche des Jahrgängervereins 1936 bis 1940 Wil und Umgebung in Davos

Die Wanderwoche im Herbst ist bei den Jahrgängern ein fester Bestandteil in ihrer Agenda. Unterkunft und Logis suchten die Senioren in der Jugendherberge in Davos, einer ehemaligen TB-Höhenklinik. Mit dem festen Quartier waren sie freier in der Gestaltung der Wanderung.

Wer eine Wanderwoche im Berggebiet plant, ist abhängig vom Einfluss der Witterung. Der sonnige Montag war Ausdruck der heiteren Stimmung und zeigte sich in den Gesichtern im Zug und erst recht am Ankunftsort in Davos. Parsennbahn und Luftseilbahn brachten die Jahrgänger rasch in die Höhe zum Weissfluhjoch und gleich zu den Zielen: Weissfluhgipfel – Wasserscheide – Gross Schiahorn: ein harter Aufstieg für den ersten Tag.

Schlechte Wetterprognose

Am Dienstagmorgen starteten die Wiler mit der Gondelbahn in Glaris nach Jatzmeder auf 2053 Meter und begannen die Rundwanderung Sertigtal mit gut fünf Stunden. Das Naturschauspiel des Ducanbaches, wie er in drei Stufen über die Felsmassen stürzt, war ein erfrischender, herrlicher Anblick. Auf den Mittwoch war wiederum eine Gipfelbesteigung geplant, aber aufgrund der schlechten Wetterprognose führten die Schritte durch das Haupttal von der Landschaft Davos ins Prättigau.

Besuch in der Silbermine

Die Davoser Alpenwanderung über Schatzalp – Lochalp – Grüeni Alp – Erbalp – Stafelalp – Chummeralp führte die Jahrgänger über einsame Alpweiden. Zerstreut liefen einige Rinder und Schafe herum, die in Heidelbeerstauden oder Farngestrüpp die letzten Grashalme und fressbaren Kräuter suchten.

Von den Bergketten fielen gelegentlich Kiesbrocken in die Steinbeete und unterbrachen die einsame Stille. Die Begegnung mit Jägern und ein Blick durch ihr Fernglas war etwas Besonderes.

Tatsächlich sahen die Wiler erlegte Hirsche. Das Geborgensein erfuhren sie beim Gasthausbesuch inmitten einer Walsersiedlung. Der Verzehr von Speis und Trank stärkte die Wanderer und die herzliche Dankbarkeit des Hirten-Ehepaars auf der Erbalp habe ebenso wohl getan.

Am Freitag verzogen sich die Wolken und ein heiteres Durchblicken der Sonne begleitete die Gruppe aus Wil. Ab Monstein bogen die Wanderer auf die alte Zügenstrasse ein, an der ein Bergbaumuseum steht. Darüber liegt eine ehemalige Silbermine. Diese Zeitzeugen lassen das Auge auf den Spuren der Geschichte wandeln.

Einblicke verschafft

Die Ströme der Landwasser und schroffen Felswände zwingt die Bahn in Tunnels und Überführungen.

Der Wiesener Viadukt mit 88,9 Meter Höhe und 210 Meter Gesamtlänge als höchste und grösste Mauerwerksbrücke der Rhätischen Bahn fand grosse Beachtung. Im Wald nach Schönboden–Filisur und andern Teilstrecken fielen die vielen Pilzsorten auf, die der Waldboden hervorbringt. Der an einer Stelle abgerutschte Wanderweg zwang die Wanderer aus der Äbtestadt zu einer kühnen Klettertour.

Nach der eindrücklichen Wanderung von dreieinhalb Stunden bestiegen die Wiler den Zug bei Filisur und fuhren zurück nach Wil.

Die von Wanderleiter Hans Gämperle gut vorbereitete Woche habe Einblick in die herrliche Bergwelt und technische Überwindung der Verkehrserschliessung gegeben. (jmf.)